Täter aufgrund von Videobildern im Netz gefunden

Der vermutliche Täter eines schweren Übergriffs in Aalst, war zuvor schon als gewalttätig aufgefallen. Es handelt sich um einen Minderjährigen aus Ninove. Die Justiz hat ihn nach mehreren Hinweisen aus der Bevölkerung ausfindig machen können. Allerdings bedauert sie, dass bereits Videobilder und der Name des Verdächtigen in den Medien aufgetaucht sind.

Der Staatsanwaltschaft von Dendermonde war es drei Monate nach der Tat noch nicht gelungen, einen Verdächtigen festzunehmen. Am gestrigen Mittwoch hatte die Staatsanwaltschaft deshalb Videobilder der Schlägerei von Anfang Juni in der Nähe des Marktplatzes von Aalst auf der Webseite der belgischen Polizei frei gegeben. Daraufhin gingen viele Hinweise von Seiten der Bevölkerung ein. Nach einigen Stunden wurde der Film wieder aus dem Netz genommen. 

Auf den Bildern ist zu sehen, wie der junge Mann einen anderen Mann brutal schlägt und tritt. Er tritt das Opfer, obwohl dieses bereits bewusstlos am Boden liegt.

Der Verdächtige, ein Minderjähriger aus Ninove, soll schon zuvor als gewalttätig aufgefallen sein.

Der Justiz ist es inzwischen gelungen, die Identität des Täters zu identifizieren. Er soll jedoch noch nicht verhaftet worden sein. Ein Haftbefehl ist aber offenbar ausgestellt. Der Täter sei gefunden, aber noch nicht festgenommen, sagte die Staatsanwaltschaft von Dendermonde am Donnerstagmorgen.

Justizsprecher Antoon Schotsaert betont, dass mit den Ermittlungen, bei denen man sich auf Identifizierung und Festnahme des Verdächtigen konzentriere weitergemacht werde. 

Der Sprecher bedauerte, dass Fotos und der Name des Verdächtigen in gewissen Medien aufgetaucht seien. "Die Bilder der Schlägerei wurden am Mittwochnachmittag bewusst aus dem Internet geholt, weil es sich bei dem Täter möglicherweise um einen Minderjährigen handelt," heißt es.

Die Justiz von Dendermonde will, sobald möglich, selbst in dem Fall Informationen weiterleiten.

Diskussion um Veröffentlichung der Überwachungsbilder

Die Veröffentlichung der Aufnahmen von der Überwachungskamera im Internet wirft Fragen auf und somit wird auch in den belgischen Medien am heutigen Donnerstag über die Veröffentlichung der Videobilder diskutiert. Diese hatten sich rasend schnell über die sozialen Medien verbreitet. Die Zeitungen stellen die Frage: "War die Veröffentlichung der Bilder, die einerseits zum Täter geführt haben, andererseits die Privatsphäre von Täter und Opfer verletzten, richtig?"

Angesichts der Brutalität und nach Abwägung von Pro und Kontra halten De Standaard und Het Nieuwsblad die Veröffentlichung für richtig. Wer sich benehme, habe von der Überwachungskamera nichts zu befürchten, so De Standaard. Letztlich habe sich der Täter all die ungewollte Aufmerksamkeit an seiner Person selbst zuzuschreiben.