Belfius sieht vom Verkauf der Kunstsammlung ab

Jos Clijsters, der CEO der sich seit der Eurokrise in Händen des belgischen Staates befindlichen Bank Belfius, gab in einem Gespräch mit der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd zu verstehen, dass das Finanzinstitut vom ursprünglichen Vorhaben, die Kunstsammlung der Bank zu veräußern, absieht.

Belfius ist heute Besitzer einer umfangreichen Kunstsammlung, die die Vorgängerbanken Dexia und Gemeindekredit jahrelang aufgebaut haben. Mit etwa 4.500 Werken ist dies die umfangreichste private Kunstsammlung Belgiens.

Eine Zeit lang wurde mit dem Vorhaben gespielt, zur teilweisen Sanierung des gebeutelten Finanzinstituts, dass sich seit der Krise der Vorgängerbank Dexia in Händen des belgischen Staates befindet, einen Teil der Sammlung zu verkaufen. Genauer ging es dabei um Werke von vor 1830, also von vor der belgischen Staatsgründung.

Dabei sind unter anderem ein Breughel-Gemälde sowie Zeichnungen und Skizzen von Rubens. Die Idee, diese und andere Werke zu verkaufen, sorgte im vergangenen Jahr für einen Aufschrei in der Kunst- und Kulturwelt und nicht nur dort.

Doch Belfius-CEO Clijsters hatte nach eigenen Angaben schon kurz nach Ankündigung des Vorhabens Zweifel, wie er gegenüber De Tijd sagte: „Wir hatten erlebt, wie darauf reagiert wurde. Wenn wir heute alle Elemente aufzählen, dann müssen wir uns die Frage stellen, ob wir das überhaupt tun müssen. Wir werden das intern weiter prüfen.“ Ende 2012 hatte bereits Flanderns Landeskulturministerin Joke Schauvliege (CD&V) angekündigt, einen solchen Verkauf verhindern zu wollen. Sie führte darüber mehrere Gespräche mit der Belfius-Führung.

Belfius steht wieder besser da

Inzwischen sorgen sowohl das Bankgeschäft, als auch der Versicherungsbereich bei Belfius wieder für bessere Zahlen. Nach Angaben von CEO Jos Clijsters besteht zwar kein Anlass zur Euphorie, doch man sei auf einem guten Weg, um die vom belgischen Staat und von der EU gesteckten Ziele erreichen zu können. Die Staatsbank schloss die erste Jahreshälfte 2013 mit einem Nettogewinn von 255 Mio. € ab.