Politbarometer RTBF/La Libre: N-VA legt weiter zu

In einem am Freitagnachmittag veröffentlichten Politbarometer des frankophonen öffentlich-rechtlichen Rundfunks RTBF und der Tageszeitung La Libre Belgique wird den flämischen Nationaldemokraten N-VA eine weitere Erstarkung attestiert.

Nach einer Umfrage des Institutes Dedicatet im Auftrag von RTBF und La Libre Belgique 250 Tage vor den Parlamentswahlen von 2014 werden über 35 % der flämischen Wähler den Nationaldemokraten der N-VA ihre Stimme geben. Das ist deutlich mehr, als die letzten Sonntagsfragen in Belgien erhaben und weitaus mehr, als die 28 %, die die N-VA beim letzten Wahlgang erzielte.

Die drei flämischen Parteien, die Teil der aktuellen Regierungskoalition um Premierminister Elio Di Rupo (PS) sind, bleiben unter den Ergebnissen der letzten Wahl. Die christdemokratische CD&V käme auf 17,3 % und die beiden Koalitionspartner SP.A (Sozialisten) und Open VLD (Liberale) erzielten jeweils etwa 12 %. Die Grünen von Groen kämen auf 6,9 % und blieben damit quasi konstant.

Das Institut Dedicatet legte sogar eine Projektion der Sitzverteilung nach dem Stand ihrer aktuellen Umfrage vor. Demnach würden auf die 87 den flämischen Parteien zustehenden Sitze 33 an die N-VA gehen und 10 weitere an den rechtsradikalen Vlaams Belang (11,3 %). Damit würden die Separatisten im belgischen Bundesland Flandern praktisch die Mehrheit in ihrem Land haben. Sicher kann man laut RTBF allerdings erst nach dem 25. Mai 2014 sein, dem Tag der Parlamentswahlen.

Die PS von Premier Di Rupo hat’s nicht leicht

Auf frankophoner Seite bleiben die Sozialisten von Premier Di Rupo weiter in Schwierigkeiten und sind weit von den Resultaten der letzten Parlamentswahl in Belgien entfernt. Auf 30 % käme die die PS, wenn am Sonntag gewählt würde. 28 % ergab das letzte Politbarometer. Doch die 37 % der letzten Wahl bleiben in weiter Ferne. Die PS kann also nicht vom „Kanzlerbonus“ von Premierminister Elio Di Rupo profitieren.

Die liberale Reformbewegung MR bleibt weiter zweite Kraft in Wallonien, steigern mit 23,5 % ihr Ergebnis aber nur sehr leicht. Die Zentrumspartei CDH und die Grünen von Ecolo haben es weiter schwer, über der 12 %-Marke zu bleiben. Profitieren können derzeit nur die „kleinen Parteien“ um Spektrum zwischen Extrem-Links und Extrem-Rechts. Walloniens Wähler desavouieren ihre stärkste Partei, ändern aber nichts wesentliches an der Sachlage.

In der Region Brüssel-Hauptstadt liefern sich die PS (21 %) und die MR (22 % ) im Kampf um die stärkste Partei weiter ein Kopf an Kopf-Rennen, während Ecolo, CDH und die radikal-frankophone FDF jeweils um 11 % erzielen würden. Auf Seite der flämischen Parteien in Brüssel werden die N-VA und Vlaams Belang die stärksten Parteien, was eine Bombe unter eine Regierungsbildung auf Brüsseler Regionalebene legt.