Belgier wird Finanzminister in Australien

Der Ostbelgier Mathias Cormann war im Alter von 26 Jahren nach Australien umgezogen. Jetzt ernannte ihn der neue, liberal-nationalistische Premierminister Tony Abott zum Finanzminister.

Der Eupener studierte Jura an der KU Leuven. 1994 verbrachte er seine Ferien in Australien, verliebte sich dort und zog 1996 endgültig nach Australien.

Sein politisches Engagement begann bereits in Belgien als Mitglied der Christlich Sozialen Partei und Gemeinderatsmitglied in Raeren.

 

"Der ideale Schwiegersohn"

"Engagiert und ehrgeizig": Mit diesen Worten sprach der ehemalige Bürgermeister von Raeren, Bruno Fagnoul, vom neuen australischen Finanzminister in der Zeitung "Het Laatste Nieuws".

Mathieu Grosch, ebenfalls ein Christdemokrat aus Ostbelgien und Europarlamentarier, sagt über seinen ehemaligen Assistenten im Europaparlament, Mathias Cormann sei der ideale Schwiegersohn: "Nicht nur intelligent, sondern auch charismatisch und kommunikativ. Genau die richtige Kombination, um es weit zu bringen."

Übrigens arbeitete Cormann auch eine zeitlang für den deutschsprachigen Senator Hubert Chantraine und Joëlle Milquet (cDH), damals Vorsitzende ihrer Partei, heute Bundesministerin für Inneres.

"Ein richtiger Belgier, der noch Niederländisch spricht"

So äußerte sich der Bürgermeister von Kortrijk, Vincent Van Quickenborne (Open VLD), der Mathias Cormann vor einigen Jahren kennen lernte: "Das war in Perth, wo er wohnt. Ich war dort auf einer Handelsmission. Mathias ist ein richtiger Belgier, der noch fließend Niederländisch spricht. Ein dynamischer Mann mit einem offenen Geist. Damals sagte er mir, dass seine Ministerchancen gut stehen würden, wenn seine Partei an die Regierung käme", so Van Quickenborne in der Tageszeitung De Morgen.

"the biggest winner"

In seiner neuen Heimat engagierteCormann sich bei den "Liberals", die eher konservativ eingestellt sind.

Die Partei erkannte sein Talent und beförderte ihn in ein Kabinett. 2003 trat der Eupener bei einer großen Krankenversicherung ein und schaffte es bis zum Geschäftsführer.

Seine große Chance winkte 2007, als der Senator für Westaustralien zurücktrat. Cormann fokussierte sich vor allem auf Wirtschafts- und Finanzthemen und galt in der Opposition als Finanzexperte.

In einem Interview mit der Zeitung "Perth Now" sagte Cormann, Politik sei seit Kindesbeinen sein Traum. Die Zeitung bezeichnete Corman auch als "the biggest winner" der Regierungsbildung.