"Belgitüde? Einfach lächerlich!"

Dass Belgien vor einer Woche 2:0 in Schottland gewann, löste bei Jan Peumans, Vorsitzender des flämischen Regionalparlaments und Mitglied der flämischen Nationalisten (N-VA), nur eine spöttische Bemerkung aus: "Schade für die Schotten!" Das neue Belgiengefühl, das mit dem Erfolg der Roten Teufel aufkomme, sei einfach lächerlich.

Wenn sogar die deutsche Sportschau nach dem Schottland-Sieg eine Lobeshymne sondergleichen auf die belgische Nationalmannschaft anstimmt, kann man sich vielleicht vorstellen, welchen Einfluss die äußerst erfolgreiche WM-Kampagne der Roten Teufel derzeit auf das Gemüt der Belgier hat ...

Nicht so Jan Peumans von der N-VA, dem die neue Belgitüde nur ein müdes Lächeln abgewinnt.

Verschiedene Beobachter glauben, dass die WM-Kampagne der Roten Teufel der auf ein konföderales Belgien ausgerichteten N-VA ein Schnippchen schlagen könnte, wenn im Mai 2014 Parlamentswahlen stattfinden.

"Das glaube ich nicht", reagierte Peumans mit Bestimmtheit und gibt zu, dass ihn der "Belgienhype" kalt lasse.

Auf den Wangen gemalte Schwarz-Gelb-Rot-Striche, "belgisch" verzierte Hüte und Schals, ... sind nichts für den flämischen Parlamentsvorsitzenden, der hinzufügte, sich auch keine Fahne mit dem flämischen Löwen umzuhängen.

 

Offen gegen das neue Belgiengefühl

Dass Peuman sich so offen gegen das neue Belgiengefühl ausspricht, mag verwundern. Die N-VA hatte bislang noch nicht auf die Behauptungen reagiert, die Brasilien-Kampagne der belgischen Nationalelf könne ihnen bei den Parlamentswahlen am 15. Mai einen Strich durch die Rechnung machen.

Die N-VA hatte vorgezogen, zurückhaltend und abwartend auf den Hype zu reagieren.