Ermittlungen laufen: Außenministerium Opfer von Hackern

Die belgische Staatsanwaltschaft ermittelt im Fall eines groß angelegten Hackerangriffs, bei dem in das Computernetz des belgischen Außenministeriums eingedrungen wurde. Das bestätigt die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wenke Roggen am Donnerstag in der Zeitung De Tijd.

Es wird davon ausgegangen, dass durch das "Hacking" vertrauliche Daten über die belgische Außenpolitik nach außen gelangt sind. Alles deute auf Internet-Spionage hin, ist die Zeitung De Tijd überzeugt.

Die Staatsanwaltschaft betont, dass sich die Untersuchungsrichter noch mitten in den Ermittlungen befänden. Noch würde untersucht, wer hinter dem "Hacking" in das Computersystem des Außenministeriums stecke.

Wir haben dieses Hacking Anfang letzten Jahres selbst entdeckt und haben direkt Anzeige beim Untersuchungsrichter in Brüssel erhoben, heißt es beim Außenministerium. "Ob es den Tätern tatsächlich gelungen ist, heikle Informationen zu kopieren, darüber wollen wir nicht kommunizieren. Die Ermittlungen der Justiz laufen noch", erklärt Joren Vandeweyer, der Sprecher des belgischen Außenministeriums.

Beim Außenministerium arbeiten über 3.100 Mitarbeiter, darunter 286 Diplomaten im Ausland und 135 Diplomaten in der Hauptverwaltung in Brüssel. "Wir sind uns darüber im Klaren, dass wir ein interessantes Ziel für Hacker und Spionage sind", so Vandeweyer noch. "Wir  tun viel, um unsere Systeme zu schützen. Nachdem wir das Hacking bemerkt hatten, haben wir andere spezialiste Regierungsabteilungen und auch Experten von Privatfirmen hinzugezogen. Es war klar, dass wir unsere Sicherheit überholen mussten."

Das Außenamt in unserem Land ist nicht das einzige, das Ende 2011 gehackt wurde. Auch in verschiedenen Nachbarländern wurde in das Computersystem eingebrochen.

"Nachher wurden wir darüber informiert, dass auch die Außenministerien von den Niederlanden, Frankreich, Deutschland und auch das Hauptquartier der Nato im gleichen Zeitraum von Cyberattacken getroffen wurden."

Ob diese Attacken von der gleichen Organisation ausgingen, ist noch nicht klar. 

Das Außenministerium wird häufig von Hackern attackiert, aber Ende 2011 gelang es den Hackern auch tatsächlich, das Sicherheitssytem zu umgehen und einen Virus, das heißt eine Spionagesoftware, zu installieren, um Daten zu kopieren. Welche Daten genau in die falschen Hände geraten sind, ist der Öffentlichkeit noch nicht bekannt.