Fässer im Atommüll-Lager von Dessel lecken

Im Atommüll-Lager von Dessel ist eine gelartige Flüssigkeit aus 5 Fässern, die aus Doel kommen, ausgetreten. Spezialisten des Kontrollorgans NIRAS hatten das bereits im Februar festgestellt. Bei einer Stichprobe wurde dieses Gel auch noch in rund vierzig anderen Fässern gefunden, aber die waren nicht undicht.

Laut dem Atommüllverwalter Belgoprocess habe es in der Betonhülle in den Fässern eine chemische Reaktion gegeben, aber es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung.

Wie der Sprecher Bart Thieren erklärte, weise alles daraufhin, dass es sich um eine chemische Reaktion handele. Es sei klar, dass für die Menschen, die dort arbeiteten oder in der Nähe wohnten sowie für die Umwelt keine Gefahr bestehe. Der Zwischenfall habe nichts mit dem radioaktiven Material selbst zu tun. Es habe sehr wahrscheinlich mit ausschließlich den Komponenten zu tun, die für die Matrixhülle, eine Art Zementstruktur, benutzt wurden.

Das Leck betrifft allein die Fässer, die aus dem Atomkraftwerk von Doel stammen. Darin wird Kies in der Betonstruktur verarbeitet. Es soll dieser Kies sein, der mit dem Atommüll chemisch reagiert.

Bei Belgoproces in Dessel lagern über 7.000 Fässer mit leich radioaktivem Müll. Sie werden alle sechs Monate überprüft. Diese Kontrollen wurden eingeführt, nachdem vor zehn Jahren Rost auf den Fässern gefunden wurde. Electrabel hat vorerst die Verarbeitung von Atommüll aus DOEL eingestellt..

Die Partei der flämischen Grünen Groen will, dass alle Fässer in Dessel und in Doel untersucht werden. Die Grünen fordern auch eine Sondersitzung des Atomsicherheitsausschusses im  Parlament.
 

NIRAS betont: "Keine Redioaktivität ausgetreten"

NIRAS, die Einrichtung, die die Kontrollen ausführt, betont, dass keine Radioaktivität beim Lecken der 5 Fässer mit leicht radioaktivem Müll ausgetreten sei. Bei Kontrollen wurde ein Gel auf den Fässern entdeckt. Das ist wahrscheinlich aufgrund einer chemischen Reaktion in der Betonhülle in den Fässern entstanden. Laut NIRAS sei dabei jedoch keine Radioaktivität ausgetreten.

"Regelmäßig werden visuelle Inspektionen durchgeführt und bei einer solchen Inspektion im Lagergebäude für radioaktiven Müll wurde in der Tat festgestellt, dass auf einem Fass eine Art gelartige Substanz anwesend war. Danach haben wir gemerkt, dass noch vier weitere Fässer ähnliche Abweichungen aufwiesen, aber die Radioaktivität ist dabei nicht ausgetreten", erkärt Evelien Hooft.