Martens: "Rolle Merkels wichtig für Erholung Europas"

Der ehemalige belgische Premier und Vorsitzende der Europäischen Volkspartei (EVP), Wilfried Martens, ist zufrieden mit dem Wahlsieg der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und führt das tolle Wahlergebnis für Merkel auf das Vertrauen der Menschen zurück, das sie in die Christdemokraten hätten, um Deutschland voran zu bringen. Der Vorsitzende der flämischen Sozialisten Tobback (SP.A) sieht das anders.

Das "fantastische Ergebnis seiner Parteifreundin ist für Martens der Beweis für "das Vertrauen der Menschen in Kanzlerin Merkel und in die Christdemokraten, um ihr Land voran zu bringen". Er ist überzeugt, dass Merkel für eine weitere Erholung Europas wichtig sei. 

Das Ergebnis der Wahlen in Deutschland sei nicht nur für Deutschland selbst wichtig, sondern für ganz Europa. Angela Merkel habe sich durch die gesamte Wirtschaftskrise hindurch als starke Führungspersönlichkeit erwiesen. Sie sei eine feste Kraft bei all den Anstrengungen, um Europa wieder auf den Weg der Wohlfahrt zu geleiten.

Linken Parteien ist es nur nicht gelungen, sich hinter einer Person zu vereinen

Der Vorsitzende der flämischen Sozialisten (SP.A), Bruno Tobback, ist überzeugt, dass der große Wahlsieg von CDU/CSU in Deutschland vor allem auf das Konto von Merkel gehe. Die linken Parteien, die die betriebene Sozialpolitik kritisierten, hätten es nur nicht geschafft, sich hinter einer Person zu vereinen, sagte er am Montagmorgen.

Trotz der Probleme, mit denen die sozialdemokratische SPD während der Kampagne kämpfte, habe die Partei ein gutes Ergebnis erzielt, so Tobback. Mehr sogar noch: "Die linken Parteien, die sich kritisch zeigten, haben zusammen in der Tat eine Mehrheit geholt." Rechnet man zusammen, dann haben CDU und CSU gemeinsam 41,5 Prozent der Stimmen hinter sich vereinen können, die SPD, Die Linke und die Grünen insgesamt 42,7 Prozent. Die anderen Parteien haben die Fünf-Prozent-Hürde nicht geschafft.

Anders als Merkel, "die auf eine beeindruckende Art und Weise die Stimmen ihres liberalen Koalitionspartners FDP aufgesaugt hat", hätten es die drei Parteien nicht geschafft, sich hinter einen einzigen Politiker zu stellen, so Tobback noch.

Die SP.A äußerte sich in den vergangenen Monaten mehrmals kritisch über die soziale Ungleichheit und die Niedriglöhne in deutschen Unternehmen. Die SP.A-Minister Johan Vande Lanotte und Monica De Coninck haben deshalb sogar Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht.

Dass der deutsche Wähler die Sozialpolitik von Merkel nicht abgestraft habe, sei laut Bruno Tobback vor allem Merkel selbst zu verdanken. "Sie hat eine sehr starke Kampagne geführt und zeigte ein großes persönliches Gewicht. Hut ab hierfür!"