Bestechung: Verfahren gegen Ex-Delhaize-Manager

Die Brüsseler Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen in einem Fall von umfangreicher Korruption bei der belgischen Warenhauskette Delhaize eingeleitet. Hauptverdächtiger ist ein ehemaliger Manager von Delhaize, der jahrelang Schmiergelder von Unternehmen bezogen hat, die Aufträge von der Kette ergattern wollten.

Der Hauptverdächtige war seiner Zeit bei Delhaize für die Vergabe von Bau- und Unterhaltsaufträgen für die zahlreichen Supermärkte und Warenhäuser verantwortlich. Jahrelang war es ihm offenbar gelungen, hohe Schmiergelder von interessierten Unternehmen einzufordern und einzunehmen.

Nach Angaben der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd zahlten gleich mehrere Unternehmer im Laufe der Jahre hunderttausende Euro bar an den Manager. Nebenbei finanzierten sie ihm auch Reisen und Besuche von vor allem Sportveranstaltungen und nicht selten ließen sie kostenlos Malerarbeiten im Hause des Delhaize-Managers durchführen.

Überdies wird dem Manager vorgeworfen, mit falschen Rechnungen gearbeitet zu haben. Diese Rechnungen sollen den betroffenen Handwerkern erlaubt haben, ihre Sonderausgaben für die Bestechung des Managers bei der Delhaize-Gruppe zu verrechnen. Insgesamt ermittelt die Brüsseler Staatsanwaltschaft gegen 12 Personen. Das sind neben dem Delhaize-Manager mehrere Unternehmer, die Bestechungsgelder zahlten.

Auffallend ist bei diesem Verfahren, dass der Vorgang öffentlich geführt wird. In den allermeisten Fällen befürchten Unternehmen, bei denen es zu Bestechung gekommen ist, einen Imageschaden und sorgen dafür, dass die Sache intern geregelt wird. Delhaize tritt im vorliegenden Verfahren lediglich als Nebenkläger auf. Am 8. November soll der Fall vor Gericht kommen.