Millionär bezieht jahrelang Stempelgeld

Ein Bauunternehmer und Projektentwickler aus Gent hat jahrelang ungerechtfertigt Arbeitslosengeld von flämischen Arbeitsamt bezogen. Insgesamt wurden ihm so rund 40.000 € überwiesen, während seine Arbeiter für knapp 3 € die Stunde schuften mussten.

Der Genter Unternehmer konnte dem flämischen Arbeitsamt glaubhaft deutlich machen, dass er keine Arbeit hat und über kein Einkommen verfügt. Zwischen 2005 und 2009 konnte er dadurch monatlich rund 830 € einstreichen.

Doch in Wirklichkeit baute seine Baufirma Luxushotels unter anderem mit Hilfe von illegalen Arbeitern, die gerade mal 3 € pro Stunde verdienten. Ganz nebenbei bekleidete der Mann auch mehrere Mandate als Verwaltungsratsmitglied von verschiedenen Gesellschaften.

Als den Behörden auffiel, dass der angeblich von Arbeitslosenunterstützung lebende Mann einen Umzug in die Dominikanische Republik plante, schaute das Arbeitsamt genauer hin. Dabei wurde deutlich, dass es sich hier um einen millionenschweren Unternehmer handelt, dessen Immobilien-Imperium einen Wert von über 35 Mio. € hat.

Der Mann wurde angezeigt und gegen ihn wurde wegen unrechtmäßiger Bezüge sowie wegen Ausbeutung und Menschenhandel ermittelt. Ihm drohte eine längere Haftstrafe.

Doch wie die flämische Tageszeitung De Standaard meldet, kaufte sich der Betroffene über einen Deal mit der Justiz frei, zahlte das unrechtmäßig bezogene Stempelgeld zurück und überwies ein Bußgeld in Höhe von 33.000 €, anstatt der zuerst geforderten 27.500 €. Eine Haftstrafe von 18 Monaten, zu der er in erster Instanz ebenfalls verurteilt wurde, muss er nicht absitzen, wie jetzt in Berufung beschlossen wurde.