"Brüssel den Brüsselern!"

Mit der Staatsreform werde Brüssel weiter zu einer vollwertigen Region ausgebaut. Brüssel gehöre weder der einen noch der anderen Gemeinschaft in unserem Land, "Brüssel gehört den Brüsselern". Das sagte der wallonische Ministerpräsident Rudy Demotte in seiner Rede zum Fest der französischen Gemeinschaft am heutigen 27. September.

Der offizielle Name der Französischen Gemeinschaft ist seit einigen Jahren "Fédération Wallonie-Bruxelles (FWB), ein Name, mit dem die Wallonen und die französischsprachigen Brüsseler noch mehr ihre Verbundenheit hervorheben wollen. Brüssel ist auch das "Motto" der Reden zu diesem Festtag, an dem übrigens die Beamte der französischsprachigen Gemeinschaft und Brüssels frei haben. Für alle anderen Belgier ist der heutige Freitag ein gewöhnlicher Arbeitstag.

Demotte betonte, dass Brüssel eine zweisprachige und vollwertige Region sei. Die jüngste Staatsreform mache Brüssel zu einer wirklich eigenständigen Region, so Demotte noch. Sie bestätige, dass Brüssel, Flandern und Wallonien geichwertig seien.

"Ich wiederhole, es liegt auf der Hand, dass Brüssel keiner anderen Gemeinschaft angegliedert ist, sondern allein den Brüsselern gehört. Brüssel ist gleichwertiger Gesprächspartner der benachbarten Gemeinschaften mit eigenem Statut."

Belgien hat drei Regionen (Region Brüssel-Hauptstadt, Flämische Region, Wallonische Region) und drei Gemeinschaften, die Flämische, die Französische und die Deutschsprachige Gemeinschaft.

Die französische Gemeinschaft von Belgien feiert jedes Jahr am 27. September ihren offiziellen Festtag. Es ist der Tag, an dem die niederländischen Soldaten 1830 aus Brüssel abzogen. Dort hatten sie sich einen erbitterten Kampf gegen die belgischen Patrioten geliefert.

In der Verfassung Belgiens ist der Begriff "Fédération Wallonie-Bruxelles (FWB) übrigens nicht verankert: Die Verfassung spricht noch immer  von der “Französischen Gemeinschaft”. Für viele flämischen Politiker ist der Begriff “Föderation Wallonie-Brüssel” ein Reizwort.