Di Rupo vergleicht Giftgasanschlag in Syrien mit Zustand hier im I. Weltkrieg

Belgiens Premier Elio Di Rupo hat in der Nacht zum Freitag vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York gesprochen. Er kritisierte die Verwendung chemischer Waffen in Syrien und verglich den Zustand dort mit dem des Ersten Weltkriegs bei uns, als in Ypern erstmals chemische Waffen benutzt wurden.

In Ypern wurde während des Ersten Weltkriegs zum ersten Mal in großem Umfang Giftgas eingesetzt. Das Leid, das die Soldaten damals erfuhren, trifft nun auch tausende Syrier, sagte der Premier.

"Es war in meinem Land, in Ypern, in Belgien, als während des Ersten Weltkriegs erstmals in einem Konflikt chemische Waffen eingesetzt wurden", so Di Rupo. "Wir erinnern uns immer noch an das schreckliche Leid tausender Soldaten. Knapp 100 Jahre danach müssen tausende von Syrern dieses gleiche Leid erfahren."

Inzwischen hat der UN-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf besprochen, der von Russland unterstützt wird. Darin wird Syrien auferlegt, seine chemischen Waffen zu zerstören. Noch am heutigen Freitag soll über den Text im UN-Sicherheitsrat abgestimmt werden.

Homosexuelle dürfen sich Händchen haltend sehen lassen

Di Rupo sprach vor der UN-Vollversammlung aber nicht nur über Syrien, sonder sagte auch, dass er stolz auf die vielen individuellen Freiheiten in unserem Land sei: Bei uns können Frauen studieren und ihren eigenen Partner auswählen, wir können gläubig sein oder auch nicht und alle Pärchen, auch Homosexuelle, können sich hier Händchen haltend sehen lassen.

"Freiheit ist auch das Recht heterosexueller oder homosexueller Paare, Händchen haltend auf der Straße oder auf öffentlichen Plätzen spazieren zu gehen", betonte Di Rupo.

In den Medien wird das als Verweis nach Russland interpretiert, das seine Anti-Homogesetze weiter verschärft. Belgien bleibe auch weiterhin in der internationalen Zusammenarbeit engagiert, um Menschen gegen zum Beispiel Hungersnot und drohende Genozide zu schützen.