Tunnel am Zentralbahnhof mit freundlichem Gesicht

Nach einem Jahr der Arbeiten ist der renovierte Fußgängertunnel am Zentralbahnhof in Brüssel offiziell fertig. Täglich benutzen rund 100.000 Pendler diesen Tunnel auf dem Weg zum Zug oder zur U-Bahn.

Jahrelang war der Tunnel, der den Brüsseler Zentralbahnhof mit der gleichnamigen U-Bahnstation verbindet, in schlechtem Zustand. Graffiti an den Mauern, ein übler Uringestank und  überall Abfälle, so präsentierte sich der Tunnel den Passanten. Er wurde auch die "Schande von Brüssel" genannt. Allerdings hatten viele Landstreicher hier stets ein trockenes und warmes Plätzchen gefunden.

Jetzt ist der einst gruselige Tunnel renoviert und gleicht einer eher helleren Galerie. Die Mauern sind mit großen weißen Platten und Fotos von Brüssel versehen worden.

Täglich kommen hier rund 100.000 Pendler vorbei und viele waren am Freitagmorgen angenehm überrascht.

Die Renovierung hat 2 Millionen Euro gekostet. "Ich denke, dass wir es geschafft haben, diesem Tunnel ein neues Gesicht zu geben", betont Ingenieurin Dina De Bock, die das Projekt geleitet hat. "Alle Fotos an den Wänden wurden vom Künstler Daniel Deltour gemacht. Er fotografierte Brüssel von der Sicht des Fußgängers aus. Zusammen mit einer total neuen Beleuchtung, die dem Tageslicht näher kommt, gibt dies dem Tunnel ein total anderes Aussehen."

De Bock unterstreicht, dass bei der Wahl der Materialien möglicher Vandalismus in Betracht gezogen worden sei. Die Wandplatten sind aus Emaille, die graffitibeständig und auch nur schwer zu zerstören seien. Außerdem gebe es ein Budget für den Unterhalt.