“Bin keine römische Kaiserin”

Die für Asyl- und Migrationspolitik zuständige Staatssekretärin Maggie De Block (Foto) hat die Rückkehr zu einem willkürlichen Vorgehen in Sachen Ausweisungen ausgeschlossen. In der VRT-Sendung „De zevende dag“ (dt. "Der 7. Tag") sagte De Block am Sonntag, ihre Dienste befolgten die Gesetze und Vorschriften und würden deshalb auch im Fall Navid Sharifi keine Ausnahmen machen.

Sie selber werde sich auch nicht in Entscheidungen einmischen, so die Staatssekretärin weiter. Sie sei keine römische Kaiserin, die mit Willkür die Ausweisung von Asylbewerbern zulasse oder verhindere.

Anlass für die Äußerungen der Staatssekretärin ist der Fall des 21 Jahre alten Afghanen Navid Sharifi aus Kortrijk, der als 15-Jähriger nach Belgien kam und dessen Asylgesuch abgelehnt wurde.

Der junge Mann, der seit einiger Zeit in einem geschlossenen Zentrum in Brügge untergebracht ist, soll jetzt in sein Herkunftsland abgeschoben werden. Er gilt als hervorragend integriert, spricht Niederländisch, lebt in einer festen Beziehung und arbeitet als Klempner, ein Beruf, für den es in Flandern weit mehr offene Stellen als Bewerber gibt.

Gegen die Ausweisung des jungen Mannes wird seit Wochen energisch protestiert. Parteiübergreifend schlossen sich verschiedene Politiker diesen Protesten an.