Sterbehilfe nach Geschlechtsumwandlung

Der 44 Jahre alte Nathan, der als Nancy zur Welt kam, hat sein Leben am Mittwoch mit Hilfe von Sterbehilfe beendet. Nach einem Bericht der flämischen Tageszeitung Het Laatste Nieuws litt er an den gesundheitlichen Folgen einer fehlgeschlagenen Geschlechtsumwandlung.

Wim Distelmans (kleines Foto), ein belgischer Mediziner der Freien Universität Brüssel (VUB), der sich seit Jahren für humanes Sterben und für Sterbehilfe in der Gesellschaft einsetzt, sagte am Dienstagmorgen dazu gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass er Nathan bei seinem Lebensende begleitet habe: „Es war eine Mischung zwischen physischem und psychischem Leiden.“

Nancy fühlte sich nach eigenen Angaben in ihrem weiblichen Körper niemals wirklich wohl und entschied sich, auch unter Druck ihrer eigenen Familie, dazu, ihr weiteres Leben als Mann zu führen. Seit 2012 ging sie als Nathan durchs Leben, nachdem sie sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen hatte.

Doch in ihrem Abschiedsgespräch mit Het Laatste Nieuws erzählte sie, dass dieser Schritt ihr nicht geholfen habe: „Als ich nach dem ersten Eingriff in den Spiegel schaute, ekelte ich mich vor mir selbst.“ In den Bereichen Brust- und Phallusoperation traten nach den Eingriffen Komplikationen auf, die das Leben von Nancy/Nathan nicht einfacher gestalteten: „Anstatt ein echt neues Leben zu führen, war ich in einem Körper gefangen, den ich nicht mehr wollte. Als Mädchen kam ich falsch zur Welt und als Junge bekam ich einen Körper, der nicht der meine war.“

Am Montag beendete Nathan sein Leben durch Sterbehilfe. Wim Distelmans, der ihn begleitende Arzt, gab an, dass dieser Fall perfekt den gesetzlichen Vorgaben für Sterbehilfe entsprochen habe: „Der Mann ist mehr als ein halbes Jahr lang bei dieser Problematik begleitet worden.“