Zugunfall zwischen Antwerpen und Aachen

Ein Zusammenstoß zweier Güterzüge auf dem Viadukt von Remersdaal in den Voeren auf der wirtschaftlich enorm wichtigen Güterzugstrecke zwischen dem Antwerpener Hafen und Deutschland hat eine mehrtägige Streckensperrung zur Folge. Ein mit Neuwagen beladener Güterzug war auf einen stehenden Zzug aufgefahren. Drei Waggons stürzten von der Brücke.

Die betroffene Bahnstrecke ist die Verbindung zwischen dem Antwerpener Hafen und dem deutschen Bahnhof von Aachen West. Hier fahren täglich zwischen 100 und 150 Güterzügen entlang. Die Bahnstrecke, die die deutschen Besatzungstruppen während des Ersten Weltkriegs errichten ließen, ist heute eine der wichtigsten wirtschaftlichen Verkehrsadern zwischen Belgien und Deutschland, denn sie führt Güterzüge in Richtung Ruhrgebiet und Rheintal weiter.

Am frühen Dienstagmorgen war ein mit neuen Autos beladener Güterzug auf einen stehenden Zug aufgefahren. Der Lokführer des Güterzugs, der bei dem Unfall nicht verletzt wurde, gab später an, er habe ein grünes Signal gesehen und seine Fahrt fortgesetzt. Als er den vor sich stehenden Zug entdeckte, habe er eine Zwangsbremsung eingeleitet, die allerdings nicht vermeiden konnte, dass sein Zug den stehenden Zug berührte.

Der Schock war so stark, dass die ersten drei Waggons des Zuges aus den Gleisen gerieten, das Geländer des Bahnviadukts von Remerdaal durchbrachen und 20 bis 25 m in die Tiefe stürzten. Dabei wurden rund 40 neue Autos total zerstört. Die Bergungsarbeiten gestalten sich problematisch, denn der Viadukt befindet sich in einem dichtbewachsenen Gebiet und überquert das Flüsschen Göhl.

Huub Broers (N-VA), der Bürgermeister der Voer-Gemeinden, gab am Dienstagvormittag an, dass die Bergungsarbeiten schwierig würden. Er will vermeiden, dass aus den abgestürzten Autos Öl in die Göhl fließt.

Die Güterzüge, die normalerweise zwischen dem Hafen von Antwerpen über Hasselt, Tongeren, den Viadukt von Remersdaal, den Güterbahnhof im belgischen Bahnhof Montzen und den Viadukt von Moresnet nach Aachen West fahren, sollen bis mindestens Mittwochabend über die Wesertalstrecke via Welkenraedt, Verviers und Visé fahren, um von dort aus wieder auf die eigentliche Güterstrecke gelangen zu können. Über die Niederlande und über Aachen HBF können nur wenige Züge umgeleitet werden, denn die Streckekkapazitären reichen dort kaum aus.