Citytrip der Diebesbanden

Osteuropäische Diebesbanden nutzen immer öfter gezielt günstige Flüge von Billigfluggesellschaften, um dann in unserem Land ihr Unwesen zu treiben und schnell wieder zu verschwinden. Europol hat 240 organisierte Banden, die auf diese Weise in rund 20 verschiedenen Ländern Europas vorgehen, darunter auch Belgien, ausfindig gemacht. ln unserem Land bestehen die Banden vor allem aus Rumänen, Albanern und Serben.

Osteuropäische Diebesbanden kommen auch in unser Land mit einer Billig-Airline, gehen auf Diebestour und sind dann ganz schnell wieder mit dem nächsten Flieger in ihrer Heimat oder fahren gar mit dem Diebesgut wieder zurück. Ihre Arbeitsmethoden sind modern. Sie buchen ihren Flug bei Billigfluggesellschaften und nehmen zumeist einen Flieger, der einen kleineren Flughafen wie Charleroi anfliegt. Ihre Heimat ist Rumänien, Serbien oder Albanien. Das Geld fürs Ticket haben sie schnell wieder mit ihren Diebszügen „verdient“. Oft wissen sie schon vorab ganz genau, wo und was sie stehlen wollen.

„Zum Beispiel stehlen sie Lkw auf Bestellung. Sie wissen schließlich, wo die stehen. Mit den Lkw fahren sie dann wieder zurück. Oder sie brechen in ein paar Wochen oder Monaten in eine ganze Reihe Häuser ein und kehren dann wieder zurück in ihre Heimat“, erklärt Polizei-Hauptkommissar Eddy De Raedt.

„Meistens können sie ihre Beute nicht im Flugzeug mitnehmen, aber auch hierfür haben sie eine Lösung. „Bei diesen Tätergruppen werden die Aufgaben verteilt. Es gibt meistens einen, der für das gestohlene Gut verantwortlich ist. Manchmal gehen die Waren mit den Minibussen nach Rumänien oder Albanien zurück“, so der Hauptkommissar noch.

Mit regelmäßigen Kontrollen versucht die Polizei, Diebe ausfindig zu machen, die zum Beispiel vom Flughafen auf dem Weg in eine Wohngegend sind, in der sie einbrechen wollen. Und bei Personalkontrollen auf den Flughäfen selbst ist die Polizei besonders aufmerksam und checkt, ob sich nicht „bekannte kriminelle Gesichter“, die gesucht werden, darunter befinden.

„Bei einem Einbruch identifizieren wir die Täter auch aufgrund von Fingerabdrücken. Wenn wir dann das Einverständnis der Justiz haben, gehen wir in die Datenbanken der Fluggesellschaften und schauen, ob die Täter dort registriert wurden, damit wir sie dingfest machen können, heißt es schließlich bei der Polizei.