Belgier helfen auch nach 2014 in Afghanistan

Der belgische Militäreinsatz im Rahmen der ISAF-Truppen in Kundus, im Norden Afghanistans, geht zu Ende. Die letzten belgischen Soldaten kehren derzeit nach Belgien zurück. Seit 2004 hat unser Land unter anderem beim Wiederaufbau Afghanistans mitgeholfen. Die Belgier bleiben jedoch auch weiterhin im Süden des Landes mit sechs Kampfflugzeugen präsent.

Der belgische Verteidigungsminister Pieter De Crem sagt, dass es durchaus möglich sei, dass die Belgier auch noch nach 2014 im Rahmen der Nato in Afghanistan bleiben. Konkrete Angaben hierzu konnte der Minister aber noch nicht machen.

"Im Regierungsabkommen steht eindeutig, dass wir einen neuen Einsatz nicht ausschließen. Allerdings ist das kein Einsatz wie er bislang geführt wurde. Es ist ein Hilfseinsatz, aber die Zahl und die Teilnahme eines jeden Landes hierfür, also auch Belgiens, muss noch festgelegt werden. Bislang gibt es noch kein festes Engagement für die Zeit nach 2014", erklärte der Minister im VRT-Radio.

Umstrittener Einsatz im Norden

2004 gingen die ersten Belgier in den Norden Afghanistans, um beim Aufbau der Provinz Kundus mitzuhelfen. Der Wiederaufbau verlief jedoch schwieriger als erwartet. Statt weniger gab es sehr viel mehr Anschläge mit Sprengstoff.

Als der Westen entschied, dass die Afghanen selbst für ihre Sicherheit sorgen müssten, begann unser Land, in Kundus afghanische Soldaten auszubilden. Das war jedoch nicht ungefährlich. 2009 gerieten die Belgier sogar in einen Hinterhalt. Tote hat es auf der belgischen Seite bislang nicht gegeben.

Der Einsatz der Belgier im Norden ist immer umstritten gewesen. Es ist jedoch auffallend, dass der Abzug jetzt sang und klanglos erfolgt. Die Taliban-Anhänger hingegen rücken Kundus inzwischen wieder näher.