Gericht verbietet im Nachhinein Trabelsis Auslieferung

Das Gericht erster Instanz hat am Donnerstag die Auslieferung von Nizar Trabelzi an die USA annuliert, sagt sein Anwalt Alexandre Chateau. Der Tunesier Trabelsi wurde 2003 zu zehn Jahren Haft wegen terroristischer Verbrechen in Belgien verurteilt.

Der wegen Al-Kaida-Unterstützung verurteilte Trabelsi ist bereits am Donnerstagmorgen infolge eines Staatsrats-Urteils vom 23. September an die USA ausgeliefert worden. Der Staatsrat hatte die Auslieferung in die USA bestätigt. Die US-Behörden würden ihm ein faires Verfahren ohne Todesurteil zusichern, hieß es am Donnerstag im belgischen Justizministerium.

Ein Antrag seines Anwalts hat das Gericht erster Instanz jetzt jedoch dazu veranlasst, die Ausweisung des ehemaligen Profifußballers von Fortuna Düsseldorf zu verbieten oder zu annullieren. "Jetzt ist es natürlich zu spät", kritisiert Alexandre Chateau. "Wenn wir früher über diesen Schritt der Auslieferung informiert worden wären und nicht erst als Herr Trabelsi sich schon im Flugzeug befand, hätten wir seine Abreise noch verhindern können."

Das Urteil des Gerichts erster Instanz ist dennoch wichtig, "weil es anerkennt, dass man nicht das Recht hatte, Herrn Trabelsi auszuweisen. Das widerspricht der Ministerin Turtelboom", fügt der Anwalt noch hinzu. "Wir werden vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen und untersuchen, wie wir weiter vorgehen in dem Fall."

Trabelsi war 2003 wegen eines geplanten Anschlags auf einen US-Militärstützpunkt in Belgien zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Den Anschlag soll er im Auftrag des Terrornetzwerkes Al-Kaida geplant haben. Die Polizei verhaftete Trabelsi zwei Tage nach den Anschlägen in den USA vom 11. September 2001.