Noch erscheint Dutroux nicht vor Strafvollzugsgericht

Belgiens wohl bekanntester Schwerverbrecher Marc Dutroux wird das Gefängnis nicht verlassen, um sich zum Strafvollzugsgericht zu begeben. Das sagte Luc Hennart, der Gerichtspräsident erster Instanz in Brüssel gegenüber der Nachrichtenagentur Belga. Dutroux' Anwalt, hatte beantragt, dass die Verhandlung vom Montag nur Verfahrensfragen behandele.

Die Akte von Marc Dutroux hinsichtlich seiner möglichen "Resozialisierung" sei noch unvollständig, so der Anwalt von Dutroux.

Der Anwalt von Marc Dutroux, Pierre Deutsch, hat dem Ministerium und den Zivilparteien per Post mitgeteilt, dass er ihnen seine Gutachten nicht vor dem heutigen Montag vorlegen könne. Das Strafvollzugsgericht, das ursprünglich über eine bedingte Haftentlassung von Marc Dutroux befinden sollte, wird jetzt also lediglich Rechtsfragen klären. Die Zivilparteien haben somit die Zeit, die Schlussfolgerungen zum vorgeschlagenen Wiedereingliederungsplan zu studieren. Da die direkte Frage zur Freilassung nicht zur Sprache komme, sei es auch nicht nötig, dass sich der Häftling persönlich zum Gericht begebe, erklärte Hennart.

"Das ist nur ein Abschnitt in der Debatte." Damit würden aufwendige Sicherheitsmaßnahmen des Transports von Dutroux vermieden, heißt es weiter.

Die Anwesenheit des Häftlings vor dem Strafvollzugsgericht sei nur erforderlich, wenn das Gericht effektiv über eine bedingte Freilassung urteilt. Wenn sich der Häftling dann weigert, vor Gericht zu erscheinen, verweigert das Gericht die Freilassung.

Marc Dutroux war 2004 zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt worden, weil er sechs Mädchen und junge Frauen entführt, sexuell missbraucht und gefoltert hatte. Vier von ihnen starben.