Friedensnobelpreis: Serge Brammertz vorgeschlagen

Nach Meldungen des Grenz-Echo, der einzigen deutschsprachigen Tageszeitung in Belgien, ist der aus Eupen stammende Jurist und heutige Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag, Serge Brammertz, einer der Nominierten für den Friedensnobelpreis.

Am Freitag gibt das Nobelpreis-Komitee in Oslo bekannt, wer den diesjährigen Friedensnobelpreis erhalten wird. Unter den aussichtsreichsten Kandidaten, die in einer Liste von insgesamt 259 Personen und Organisationen aufgeführt sind, befindet sich auch der Jurist und Kriminologe Serge Brammertz aus der Hauptstadt der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien, aus Eupen, wie die dort erscheinende deutschsprachige Tageszeitung Grenz-Echo am Donnerstag meldet.

Serge Brammertz wurde in seiner Eigenschaft als Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofes für das ehemalige Jugoslawien vorgeschlagen. Unterstützt wird seine Nominierung durch die Vereinigung der Mütter von Srebrenica und Zepa. Diese Vereinigung hatte die Nominierung Brammertz offenbar bereits im Januar 2013 vorgeschlagen. Das Nobelpreiskomitee hatte diesem Antrag stattgegeben.

Ende 2007 wurde Brammertz zum ersten Mal Chefankläger der Vereinten Nationen des Kriegsverbrechertribunals für Jugoslawien. Am 1. Januar 2008 trat er sein Amt als Nachfolgerin der Schweizerin Carla Del Ponte an. 2011 wurde sein Mandat von der UNO in New York bis zum 31. September 2014 verlängert.

Zuvor war Brammertz in Den Haag als stellvertretender Ankläger beim Internationalen Strafgericht für die Menschenrechts-Verletzungen in Uganda, Darfur und Kongo tätig und er leitete eine UN-Sonderkommission zur Aufklärung des Mordes an dem früheren libanesischen Präsidenten Rafik Hariri in Beirut. Aufgrund seiner Arbeit konnten die Vereinten Nationen danach das Libanon-Tribunal einsetzen.