Radioaktive Abfälle nicht mehr in Beton einkapseln

Das Nationale Institut für radioaktive Abfälle in Belgien, NIRAS, hat dem Kernkraftwerksbetreiber Electrabel die Genehmigung entzogen, strahlenden Müll weiter in Fässern zu entsorgen, die mit Beton ausgefüllt und verschlossen werden. Grund dafür ist die Entdeckung von einer sich selbst bildenden Gel-Masse in diesen Fässern.

NIRAS entzieht dem belgischen Energieproduzenten und Kernkraftwerksbetreiber Electrabel die Genehmigung, weiterhin strahlende Abfälle aus den Kernreaktoren des Atomkraftwerks Doel bei Antwerpen in mit Beton gefüllten Fässern zu lagern und zu entsorgen.

NIRAS hatte vor einigen Wochen bei Kontrollen der Verwertungsanlage für leicht strahlende Atomabfälle in Dessel, Belgoprocess (Fotos) die dort lagernden Fässer mit Atommüll kontrolliert und dabei festgestellt, dass aus einigen dieser mit Beton ausgefüllten Fässern eine gelartige Masse ausweicht. Möglicherweise handelt es sich bei dieser Substanz um eine chemische Reaktion im Innern dieser Fässer.

Electrabel muss jetzt nach einer Alternative für die Lagerung des Atommülls aus Doel suchen und lagert derzeit ihre leicht strahlenden Abfälle in Spezialbehältern auf dem Gelände des Atomkraftwerks. NIRAS teilte allerdings auch mit, dass die aufgetretenen Probleme keine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit darstellen würden.

In Dessel lagern derzeit etwa 8.000 bis 9.000 betonummantelte Fässer mit leicht strahlendem nuklearen Abfall. Für den Bundestagsabgeordneten und Energiefachmann der flämischen Grünen (Groen), Kristof Calvo, stellt das Vorgehen von NIRAS ein deutliches Signal an Electrabel dar, dass der Energiemulti endlich seine Hausaufgaben machen soll. Calvo hatte die NIRAS-Entdeckung der undichten Fässer im vergangenen Monat öffentlich gemacht.