Berüchtigter "Piratenkönig" in Belgien festgenommen

Die belgische Polizei hat am Brüsseler Flughafen von Zaventem einen der berüchtigsten somalischen Piratenanführer verhaftet. Es handelt sich um Mohammed Abdi Hassan, der den Spitznamen Afweyne oder "Große Klappe"/"Großmaul" trägt. Die belgische Polizei konnte den Oberpiraten nach einer Undercoveraktion fassen.

Laut der Zeitung De Standaard sei der Mann mit einem Flugzeug aus Kenia am Flughafen in Zaventem angekommen. Er wurde nach Brügge gebracht und dort verhaftet. Hassan drohe hier ein Prozess wegen Piraterie.

Auf einer Pressekonferenz am Montag hat der belgische Staatsanwalt Johan Delmulle bekannt gegeben, dass Hassan Dank einer Undercoveroperation gefasst werden konnte. Er wurde mit dem  Vorwand eines Films über das Piratenleben in unser Land gelockt.

Außer Hassan ist auch noch ein hoher somalischer Beamter festgenommen worden, der mit Hassan zusammen unterwegs war.

Hassan hat übrigens gute Beziehungen zur somalischen Regierung, die ihn all die Zeit schützte.

Laut belgischem Gesetz riskiert Hassan 15 Jahre Haft für Entführung und 30 Jahre für Geiselnahme.

Der Staatsanwalt ist zufrieden mit der doppelten Festnahme: "Diese Art von Menschen bleibt meistens verschont, obwohl sie eine sehr wichtige Rolle spielen und bei solchen Geiselnahmen meistens den größten Teil der Beute einfahren", so der Staatsanwalt.

"Große Klappe" kaperte die Pompeï

Mohammed Abdi Hassan und sein Sohn werden von den Vereinten Nationen als zwei der mächtigsten und gefährlichsten Seeräuber bezeichnet, die in den vergangenen Jahre zahlreiche Schiffe vor der somalischen Küste kaperten. Dabei sollen sie hunderte Millionen Euro Lösegeld für die Schiffsbesatzungen erbeutet haben.

2009 soll die Bande von Hassan zehn Wochen lang den belgischen Frachter "Pompeï" vom Baggerunternehmen Jan De Nul gekapert haben. Der Frachter wurde erst frei geslassen, nachdem zwei Millionen Euro Löseged bezahlt waren.

Anfang dieses Jahres hatte Hassan, der zu den „einflussreichsten Anführern der Piraten gehört, damit getönt, er würde mit der Piraterie aufhören, sich jetzt in die Politik stürzen und dem Kampf gegen die Piraterie widmen. In einem Artikel der Online-Ausgabe des Handelsblatts vom 06. Mai 2013 über den Oberpiraten Hassan wird dieser indirekt zitiert mit: "Seine Aufgabe sei es (jetzt), andere Piraten für einen neuen Lebenswandel zu gewinnen."

Weiter heißt es dort, dass Afweyne letztes Jahr angeblich einen Diplomatenpass - als Anreiz, seine Seeräubermannschaft zu befrieden - erhalten haben soll.

Seit Marineschiffe unter dem Kommando von EU, China, Russland und den USA am Horn von Afrika patrouillieren, sank die Zahl der Angriffe von 2011 bis 2012 laut der Mission EU NAVFOR um 80 Prozent.

Schon zwei Seeräuber des Pompeï-Überfalls in Belgien im Gefängnis

In unserem Land sitzen bereits zwei somalische Piraten wegen der Entführung des Schiffs Pompeï hinter Gittern. Ein Mann strandete auf den Seychellen und wurde von dort an unser Land ausgeliefert. Er ist in Brügge zu neun Jahren Haft verurteilt worden.

Ein anderer Pirat wurde vor der somalischen Küste mit Hilfe des belgischen Marineschiffs "Louise-Marie" dingfest gemacht. Er wurde als Entführer der "Pompeï" identifiziert und zu zehn Jahren Haft verurteilt.