Selbstmord facht Diskussion um Wirtschaftsmoral bei ArcelorMittal an

Alain Vigneron, ein Arbeiter von ArcelorMittal und Gewerkschaftsmitglied hat Selbstmord begangen. In einem Abschiedsbrief kritisiert er das Verhalten von Lakshmi Mittal und die Tatenlosigkeit der Behörden. Sein Brief wird in mehreren französischsprachigen Medien abgedruckt.

Vor etwas über zwei Jahren hatte das Unternehmen die Schließung des Hochofens in Lüttich angekündigt. In dem Abschiedsbrief macht der Mitarbeiter seinen Arbeitgeber, den Firmenchef Lakshmi Mittal, für seine Verzweiflungstat verantwortlich. Er wirft dem Unternehmer vor, seine Familie zerstört zu haben. 

Der Mann, der sich am Samstag das Leben nahm, hinterlässt eine Frau, von der er sich vor kurzem trennte und eine Tochter. "Meine liebe Frau und meine Tochter, ich will, dass Ihr wisst, dass ich Euch liebe, aber Herr Mittal hat mir alles genommen: Den Stolz, die Höflichkeit und den Mut, für meine Familie zu kämpfen", schreibt Alain Vigneron.

In dem Brief, kritisiert der 45-jährige Mann auch die verantwortlichen Politiker in der Region: "Ich habe 31 Jahre lang gekämpft, um ein bisschen etwas zu haben und siehe da, ich werde meine Arbeit verlieren und wie viele Familien werden ihre Arbeit auch verlieren, Herr Mittal?....Liebe Regierung, würden Sie jetzt endlich die tausenden Arbeitsplätze der Familien retten, die es verdient haben?"

Alain Vigneron, der aus einer Großfamilie stammte und bereits mit 14 in die Fabrik kam und den höchsten Posten erreichte, den man dort mit einem Primarschulabschluss erreichen kann, hat den Wunsch geäußert, dass seine letzten Worte auf seiner Beerdigung vorgelesen würden, um die Bevölkerung für das Schicksal der ArcelorMittal-Arbeiter zu sensibilisieren.