Zwischen den Sprachen wechseln macht schlauer

Mehrsprachige Menschen, die fließend zwischen verschiedenen Sprachen wechseln können, schneiden bei kognitiven Aufgabenstellungen besser ab als mehrsprachige Personen, die das nicht so gut können. Das geht aus einer Doktorarbeit von Esli Struys hervor und diese Information wird von der Freien Universität Brüssel am Dienstag bekannt gegeben.

Breinscans zeigen, dass eine größere Kapazität der Informationsverarbeitung durch einen effizienteren Einsatz der Gehirnhälfte, die für den Wechsel zwischen den Sprachen verantwortlich ist, erklärt werden kann. 

Zwischen 2010 und 2013 wurden drei MRI-Experimente am Universitätskrankenhaus Brüssel durchgeführt. Bei einem der Experimente werden 54 mehrsprachige und einsprachige Kinder zwei Jahre lang beobachtet. Am Anfang und am Ende dieser Zeit mussten sie im MRI-Scanner mehrere Aufgaben bewältigen, die auf die Sprachgewandheit und die kognitiven Kapazitäten abzielten. In den beiden anderen Versuchen wurden verschiedene Gruppen von mehrsprachigen Erwachsenen anhand der gleichen Aufgaben verglichen.

Mehrsprachigkeit scheint nicht automatisch zu kognitiven Vorteilen zu führen. Ein Vergleich zwischen mehr- und einsprachigen Menschen zeigte keine signifikanten Verhaltens- und Gehirnunterschiede. Es ist offenbar das individuelle  "zwischen den Sprachen switchen Können" innerhalb der mehrsprachigen Gruppen, das sich auf die kognitive Entwicklung  auswirkt. Obwohl sich bestimmte Vorteile bei Kindern noch nicht manifestieren, führt die Fähigkeit zwischen den Sprachen zu wechseln, im Erwachsenenalter zu kognitiven Vorteilen.

Das flämische Unterrichtsdekret bietet Sekundarschulen ab nächstem Jahr die Möglichkeit, mehrsprachigen Unterrricht einzurichten. Diese Unterrichtsform bietet Schülern eine Umgebung, in der der Mix der Sprachen stimuliert und Mehrsprachigkeit geschätzt wird. Das, so heißt es, führe dann zu Schülern mit besseren Lernergebnissen.