Brüsseler Staatsanwälte ermitteln gegen HSBC

Die Brüsseler Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen die Schweizer HSBC-Bank und einigen ihrer belgischen Kunden aufgenommen. Die Ermittlungen werden offenbar in Zusammenhang mit Vorwürfen der Steuerhinterziehung u.a. gegen Diamantenhändler aus Antwerpen geführt. Bei der HSBC soll diesen dabei geholfen worden sein, Steuern zu hinterziehen und Konten gegenüber dem belgischen Fiskus zu verheimlichen.

Den Stein ins Rollen brachte eine CD-Rom, die die französische Justiz 2010 ihren Kollegen in Belgien übergab. Darin enthalten waren Angaben zu finanzkräftigen Geschäftsleuten aus Belgien, vornehmlich offenbar Diamantenhändler aus Antwerpen. Die Informationen auf dieser CD-Rom waren offenbar äußerst brisant, denn es handelte sich hier um Steuerhinterziehung in großem Umfang, an dem die Abteilung Private Banking der HSCB-Bank aus der Schweiz in Genf wohl aktiv beteiligt war.

Die Staatsanwaltschaft in Brüssel leitete denn auch Ermittlungsverfahren wegen organisierter Steuerhinterziehung und Geldwäsche in schwerwiegendem Umfang ein und ein weiterer Vorwurf lautete auf Bildung einer kriminellen Vereinigung. Der Umfang der Steuerhinterziehung ist enorm. Die frankophone Brüsseler Tageszeitung La Libre Belgique bezifferte die Summe der dem Fiskus vorenthaltenen Geschäfte mit rund 3 Milliarden €.

Die Vorwürfe, die die Brüsseler Staatsanwälte gegen die Schweizer HSBC-Bank äußern, klingen hart: Der Bank wird vorgeworfen, finanzkräftigen Kunden, wie z.B. Diamantenhändlern aus Antwerpen, dabei geholfen zu haben, enorm hohe Erträge aus ihren Geschäften am belgischen Fiskus vorbei auf Konten von Offshore-Unternehmen in Steuerparadiesen zu schleusen. Bereits am Dienstag durchsuchten rund 90 Ermittler von Justiz und Steuerbehörden Firmensitze und Privatwohnungen von rund 90 HSBC-Kunden aus Belgien, wie dsie flämische Wirtschaftszeitung De Tijd meldete. Neben Personen und Unternehmen aus Brüssel waren davon auch viele Antwerpener Diamantenhändler betroffen.