Ford-Gewerkschaftlern droht Klage in Köln

Mehreren Mitgliedern einer Gewerkschaftsdelegation des Ford-Werks in Genk droht eine Klage wegen Landfriedensbruch in Deutschland. Sie hatten im November vergangenes Jahr vor dem Direktionsgebäude von Ford Europa in Köln demonstriert und Unruhe gestiftet (Archivfoto). Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln wegen besonders schwerem Landfriedensbruch.

Die Schließung des Ford-Montagewerks in Genk in der flämischen Provinz Limburg, die vergangenes Jahr für Ende 2014 angekündigt worden war, hatte die Gemüter seinerzeit öfter erhitzt, doch die Demonstration in Köln am 7. November 2012 sorgt jetzt, ein Jahr nach den Fakten, für ein juristisches Nachspiel, dass einigen Ford-Kollegen teuer zu stehen kommen könnte.

Damals waren rund 250 Ford-Arbeiter aus Genk zum europäischen Stammsitz des US-Autobauers nach Köln gezogen, um dort bei ihren deutschen Kollegen um Solidarität zu werben, bzw. um dort gegenüber den Bossen in der Chefzentrale ihren Unmut zu äußern. Doch leider eskalierte die Sache. Mehrere Belgier fielen aus der Rolle und richteten Schäden an, als man ihnen den Zutritt zu einigen Werksbereichen verwehrte.

Jetzt hat die Staatsanwaltschaft von Köln nach einer Anzeige von Seiten von Ford in Köln Ermittlungsverfahren gegen 15 Gewerkschaftler aus Belgien und einen ihrer deutschen Kollegen wegen besonders schwerem Landfriedensbruch und Störung der öffentlichen Ordnung eingeleitet. Neben empfindlichen Geldbußen könnten sogar Haftstrafen von zwischen 6 Monaten und 10 Jahren drohen.

Die Bettroffenen zeigen sich indes nicht besonders beunruhigt. Einer von ihnen gab gegenüber flämischen Medien zu verstehen, jeder wisse, dass damals eigentlich nichts geschehen sei. Doch gingen viele Fensterscheiben zu bruch und einige Bäumchen, die am Haupteingang von Ford-Köln standen, wurden abgeknickt. Grund genug für die Bundespolizei einzugreifen.

Damals wurden die meisten der Krawallmacher aus Genk zur Identitätskontrolle mit auf die Wache genommen und kurze Zeit später wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Vorgänge liegen jetzt bei den juristischen Diensten der verschiedenen beteiligten Gewerkschaften in Belgien zur Analyse auf den Tischen.