FC Brügge: Fragen zum "Wunder von Maribor"

In der ARD-Reportage „Im Griff der Zockermafia - Milliardengeschäft Fußballwetten“ wird auch ein Ergebnis eines Europa League-Spiels des belgischen Erstligavereins FC Brügge in Frage gestellt. Im November 2011 bog der Club innerhalb von nur 20 Minuten einen 3:0-Rückstand gegen Maribor in einen 3:4-Auswärtssieg um.

Die Partie zwischen NK Maribor und Club Brügge vom 30. November 2011 wird in Belgien gerne das „Wunder von Maribor“ genannt, denn die Blau-Schwarzen aus dem Venedig des Nordens schafften es damals trotz einer miserablen Leistung in den ersten 70 Minuten des Spiels einen verdienten 3:0-Rückstand in einen 3:4-Sieg umzubiegen.

Für die meisten Akteure war dies eine außerordentliche Meisterleistung der Brügger, die damals unter dem deutschen Trainer Christof Daum spielten. Doch der ehemalige UEFA-Mitarbeiter und Kenner der Zockermafia im Profifußball, Rudolf Stinner, zog das Ergebnis schon damals in Zweifel.

In der ARD-Reportage „Im Griff der Zockermafia - Milliardengeschäft Fußballwetten“ gab Stinner zu erkennen, dass er schon am Abend vor dem Anpfiff einen Tipp eines Informanten aus dem Balkan erhielt, dass er Maribor gegen Brügge genau beobachten sollte. Offenbar war die Heimniederlage der Slowenen von der Wettmafia geplant: „Das Szenario spielte sich so ab, wie mein Informant es vorhergesagt hatte. In der Schlussphase wurden hohe Einsätze auf die Partie gesetzt und die Mannschaft, die deutlich hinten stand, gewann doch noch.“

Bei Club Brügge ist man sich keiner Schuld bewusst und gab an, von der ARD-Reportage gehört zu haben. Man sei in diesem Zusammenhang aber nicht kontaktiert worden. In einer Pressemitteilung des FC Brügge heißt es entsprechend: „Dies kommt einfach so über uns. Es war ein außergewöhnlicher Spielverlauf, doch wir spielten in den letzten 25 Minuten auch besonders gut. Wir gewannen mit Blut, Schweiß und Tränen.“

Die Reportage „Im Griff der Zockermafia - Milliardengeschäft Fußballwetten“ ist im Internet in der ARD-Mediathek abzurufen.