Hiesige Temposünder zahlen mehr als Ausländer

Nach Ansicht des belgischen Autofahrerverbandes Touring werden hiesige Verkehrsteilnehmer bei Bußgeldverfahren gegenüber ausländischen Verkehrssündern benachteiligt, ja diskriminiert. Belgische Temposünder zahlen angeblich mehr als Ausländer, wenn sie „geblitzt“ werden.

In den vergangenen Jahren wurden auf Belgiens Straßen und Autobahnen immer mehr Starenkästen und Radaranlagen zur Erfassung von Temposündern angebracht. Damit steigen die Chancen für hiesige und ausländische Temposünder, erwischt zu werden. Nach Angaben des Autofahrerverbandes Touring werden dabei auch immer mehr Raser aus dem Ausland gestellt und zu Bußgeldern verurteilt, doch offenbar kommen diese dabei besser weg, als ihre belgischen Schnellfahrfreunde.

Ein belgischer Verkehrssünder muss bei einer schweren Übertretung immer vor dem Polizeirichter erscheinen, wodurch empfindlich hohe Gerichtskosten entstehen können. Zudem wird eine schwere Verkehrsübertretung in Belgien mit einem Bußgeld von mindestens 390 € geahndet. Wiederholungstäter können sogar zur Zahlung von Summen bis zu 3.000 € verurteilt werden. Ganz nebenbei besteht auch die Möglichkeit des Verlierens des Führerscheins für eine bestimmte Zeitdauer. Fazit von Touring: „Ausländer zahlen mindestens 60 € weniger.“

Daneben müssen ausländische Verkehrssünder, die in Belgien erwischt wurden, durchweg nicht hier vor dem Polizeirichter erscheinen und nur in ganz seltenen Fällen wird Ausländern hier der Führerschein abgenommen. Und wenn dies einmal der Fall sein sollte, dann verliert der Verkehrssünder seinen „Lappen“ nur in Belgien und nicht in seinem Heimatland. Touring will diesen Missstand, den man gegenüber der Presse auch Diskriminierung nennt, bei Belgiens Staatssekretär für Mobilität, Melchior Wathelet (CDH), zur Sprache bringen.