Schadensersatz: Genk zieht Ford vor Gericht

Die Stadt Genk in der flämischen Provinz Limburg zieht den amerikanischen Autobauer Ford vor Gericht. Gegenstand ist eine Schadensersatzforderung in Höhe von 61 Mio. € für Einnahmen, die der Stadt durch die rasche Schließung des Ford-Montagewerks, die bis Ende 2014 vollzogen wird, in den kommenden Jahren entgehen.

Der Grund für die Forderung von Seiten von Genk, der traditionsreichen Heimstadt des belgischen Ford-Werks, liegt in einem Vertrag, in dem der Autobauer sichere Arbeitsplätze bis 2020 garantiert. Doch letztendlich wird das Werk sechs Jahre vorher schon geschlossen.

Genks Bürgermeister Wim Dries (CD&V - kleines Foto) hatte die Entschädigungsforderung bereits vor einigen Monaten mit Ford besprochen, doch dies wurde rundweg abgelehnt. So bleibt der Stadt nichts anderes übrig, als vor Gericht zu ziehen, wie Dries am Donnerstagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion angab:

„Wir erleiden einen Einkommensverlust, der sich u.a. aus Steuervorabzügen auf Mobilien und Immobilien zusammensetzt, aber auch aus Mehrkosten für die Stadt, die in soziale Kohäsion, in Arbeitsplätze und dergleichen mehr investieren muss. Das ist eigentlich eine von uns erwünschte Kompensation. Wir sind der Ansicht, dass Ford neben einer sozialen Verantwortung auch eine gesellschaftliche Verantwortung gegenüber Genk trägt. Dies sehen wir in Form einer Entschädigung, die wir jetzt auf juristischem Weg einfordern wollen.“