Zu wenig französischsprachige und zu viele flämische Generäle?

Es habe sich nichts am Ungleichgewicht zwischen Flamen und Französischsprachigen in der belgischen Armee verändert seit Oberst Luc Gennart vor drei Jahren laut kritisierte, dass die Armee in den oberen Rängen langsam von Flamen dominiert würde. Das sagt der französischsprachige liberale Abgeordnete Denis Ducarme in der französischsprachigen Zeitung La Libre Belgique.

Die Armee in Belgien ist eine nationale Einrichtung. Es wird ein Gleichgewicht der Sprachen in den höheren Rängen angestrebt. Derzeit, so Ducarme (kleines Foto), sei das Sprachen-Verhältnis bei den Offizieren im Generalsrang (General, Leutnant-General, General-Major, Brigadegeneral) jedoch 70 % zu 30 % zugunsten der Flamen.

Und dieses Ungleichgewicht an der Spitze der Armee werde sogar noch größer, so der liberale Abgeordnete. In den nächsten Monaten würden mehrere Generäle von den knapp dreißig belgischen Generälen in Rente gehen. Die meisten unter ihnen seien frankophon.

Bis 2015 würden laut Ducarme deshalb 82 Prozent der Generäle niederländischsprachig sein. "Dann sind nur noch fünf französischsprachige Generäle übrig gegenüber 22 Flamen".

Der liberale Politiker ist der Meinung, dass sich jetzt Di Rupo mit der Sache befassen müsse.

Er wirft dem niederländischsprachigen Verteidigungsminister Pieter De Crem vor, nichts gegen das Ungleichgewicht getan zu haben.

Der Sprecher De Crems reagiert ebenfalls. Ihm zufolge stimmten die Zahlen von Denis Ducarme nicht und habe der Minister Empfehlungen des Parlaments sehr wohl beherzigt.

Offiziere der belgischen Armee müssen übrigens mindestens in der Lage sein, sich Angehörigen der jeweils anderen Sprachgruppe gut verständlich zu machen. Eine der Voraussetzungen für Offiziere in den oberen Rängen ist eine offizielle Sprachprüfung in der jeweils anderen Landessprache, die ihnen eine Zweisprachigkeit bestätigt.