Banken melden weiter viele Firmenwagen an

Höhere Steuern auf Firmenwagen halten die Banken in Belgien nicht unbedingt davon ab, solche Fahrzeuge in großer Zahl weiter anzumelden und zu nutzen. Derzeit sollen mindestens 8.000 Bankangestellte in Belgien von einem Firmenwagen profitieren können, wie die flämischen Tageszeitungen De Standaard und Het Nieuwsblad in ihren Samstagsausgaben meldeten.

Umfragen bei Bankangestellten, bzw. bei den Banken selber ergaben, dass zum Beispiel alleine bei BNP Paribas Fortis in Belgien rund 6.250 Personalmitglieder Anspruch auf einen Firmenwagen haben. Knapp 5.400 davon nutzen einen solchen auch. Bei Belfius gaben etwa 1.500 Angestellte an, Firmenwagen zu nutzen. Bei der KBC teile man lediglich mit, dass viele Mitarbeiter oder Bewerber ein Dienstfahrzeug als Teil der Lohnmasse beantragen.

Offenbar geht der Trend, dass Banken ihre Gehaltskosten für das Personal nach unten zu drücken, in dem Firmenwagen zur Verfügung gestellt werden, weiter nach oben. Solche Fahrzeuge scheinen in Belgiens Bankwesen mittlerweile schon zum Gegenstand von Gehaltsverhandlungen bei Neueinstellungen zu sein.

Auffallend ist bei Analysen dieser Vorgänge, dass sich rund 80 % des Bankpersonals, dass einen Dienstwagen nutzt, dazu vertraglich verpflichtet, diesen für eine Kilometerleistung von unter 20.000 km jährlich zu nutzen. Und besonders überraschend ist die Feststellung, dass Bankpersonal, das mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fährt und einen Firmenwagen nutzt, diesen nur privat braucht und sein Bahn- oder Busabonnement nicht aufgibt.

Die hohe Zahl der Dienst- und Firmenwagen in Belgien stößt auf Kritik von Seiten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die der Ansicht ist, dass dadurch unnötig viel Schadstoffe, wie CO2 in die Luft abgesondert wird und dass Unternehmen, die die Nutzung von Dienstwagen fördern, unweigerlich zum hohen Stauaufkommen in unserem Land beitragen. Diese Staus aber sorgen tagaus, tagein für enorme wirtschaftliche Verluste.