Brussels Airport: Gefahr durch neue Windnormen?

Nach Ansicht der belgischen Luftverkehrsleiter und von Gewerkschaften im Luftfahrtbereich sind die neuen Windnormen, die für den belgischen Nationalflughafen Brussels Airport in Zaventem gelten, mit Gefahren verbunden. Starts und Landungen bei starkem Rückenwind seien gefährlich, so die Kritiker.

Seit dem 19. September gelten für den Brussels Airport neue von Belgocontrol erlassene Windnormen. Diese erlauben Starts und Landungen bei einer Windstärke von bis zu 7 Knoten. Bisher galt ein Richtwert von 5 Knoten. Nach Ansicht des Verbandes der belgischen Verkehrsleiter Belgian Guild of Air Traffic Controller (BGATC) und der christlichen Gewerkschaft im Transportwesen, ACV Transcom, ist dies gefährlich.

Maryse Meulemans von BGATC sorgt dies z.B. für enormen Druck auf den jeweiligen diensthabenden Supervisor im Tower des Flughafens: „Wir können dadurch nicht ausreichend lange im Voraus festlegen, welche Start- oder Landebahn genutzt werden kann. Das sorgt für Risiken bei der Sicherheit. Stellen sie sich vor, ein Flugzeug kommt bei nassem Wetter von der Bahn ab.“

Die Verkehrsleiter und die ACV-Transcom-Gewerkschaftler sind nicht die ersten Instanzen, die vor den neuen Windnormen auf Zaventem warnen. Zuvor äußerte auch die belgische Pilotenvereinigung Belgian Cockpit Assotiation arge Bedenken dazu.

Für Proteste sorgt aber auch die Tatsache, dass eine neue Flugbahn bei Starts in Richtung Löwen (Fl. Brabant) dafür sorgt, dass startende Maschinen, die an der Universitätsstadt vorbei fliegen müssen, rund 15 km länger als früher hintereinander fliegen müssen.
 

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