Schmuggler in Antwerpen: Hafen, Hacker, Heroin

Die belgische Bundespolizei hat gemeinsam mit Europol eine Bande ausgehoben, die Drogen mit Hilfe von Hackern in Containern aus Südamerika in den Hafen von Antwerpen schmuggelte. Die Hacker drangen in die digitalen Lade- und Löschvorgänge des Hafens ein, um die Container zu finden, in denen sie Drogen schmuggelten.

Die Sache kam ins Rollen, als Reeder, die im Antwerpener Hafen aktiv sind, mehrere Anzeigen wegen gestohlenen und verschwundenen Containern erstatteten. Die Antwerpener Polizei schaltete Europol bei den Ermittlungen ein und so kam es zu Razzien in Wohnungen, bei denen Drogen, Waffen, hohe Bargeldsummen und Computer beschlagnahmt wurden. Insgesamt 15 Personen wurden in Untersuchungshaft genommen, darunter ein 30jähriger Flame, der den Schmugglern als Hacker behilflich war.

Die Drogenschmuggler haben offenbar jahrelang Drogen - meist Heroin oder Kokain - in Containern normaler Reedereien verstecken können, wie auch die BBC in einer Reportage meldete. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft von Antwerpen dringen Drogenschmuggler schon länger in die Computerprogramme der Häfen ein, um so ihre "Geschäfte" führen zu können. Doch ändern sich Trends und Taktiken dabei sehr oft, was Ermittlungen erschwert.

Kurz bevor die eigentlichen Eigentümer oder Bestimmungsunternehmen ihre Container im Antwerpener Hafen abholen konnten, waren diese bereits verschwunden, denn die Bande wusste durch gezieltes Hacken der Verladeprogramme von zwei bestimmten Reedereien, in welchen Frachtkisten ihre heiße Ware versteckt war.

Über so genannte Trojaner, das ist Spionagesoftware, die Mitarbeitern der betroffenen Reedereien über unverdächtige Emails zugesendet wurde, wussten die Schmuggler stets, wo sich „ihre“ Container befanden, ohne, dass sie selbst im Hafen sein mussten. Vor Ort waren nur jene Lastwagenfahrer, die die betreffenden Frachtkisten abholen mussten.

Zu einem Zwischenfall war es aber Anfang des Jahres gekommen, als ein LKW-Fahrer seinen Container noch vor dem Zugriff der Drogenschmuggler abgeholt hatte. Sein Lastwagen wurde unter Waffengewalt auf seiner Fahrt durch die Provinz Flämisch-Limburg zum Anhalten gezwungen. Der Brummifahrer konnte glücklicherweise unverletzt entkommen.