Jejoen Bontinck bleibt in Untersuchungshaft

Jejoen Bontinck, der 18 Jahre alte angebliche Syrienkämpfer, den dessen Vater auf spektakuläre und medientaugliche Weise von dort aus zurückgeholt hatte, bleibt nach seiner Verhaftung in Antwerpen vor zwei Tagen in U-Haft.

Die Antwerpener Staatsanwaltschaft und die ermittelnde Untersuchungsrichterin wollen wissen, ob sich der junge Mann, der sich offenbar radikal-islamistischen Rebellen angeschlossen hatte, um in Syrien gegen das Assad-Regime zu kämpfen, an Gräueltaten beteiligt hat.

Jejoen Bontinck bestreitet jeden Vorwurf der Teilnahme an bewaffneten Kämpfen und Menschenrechtsverletzungen und beteuert, er habe gar nicht an der Front in Syrien gekämpft. Und mit der in Belgien verbotenen radikal-islamistischen Gruppierung „Sharia4Belgium“, die junge Kämpfer für Syrien in Belgien rekrutiert haben soll, habe er seit langem gebrochen. Bontinck gab auch in Gesprächen mit der Presse an, dass er lediglich an humanitären Hilfsprojekten hinter der Front beteiligt gewesen sei, unter anderem als Fahrer von Ärzten: „Hätte ich dort gekämpft, wäre ich heute tot.“

Am Dienstag wird die Ratskammer in Antwerpen beschließen, ob Bontinck in Haft bleibt oder auf freien Fuß gesetzt werden soll. Die belgische Justiz will jeden Islamisten aus unserem Land, der sich in den „Heiligen Krieg“ nach Syrien aufgemacht hat, bei seiner Rückkehr verhaften, um nachzuforschen, on sie sich an Kriegsverbrechen beteiligt haben. Einige von ihnen haben über soziale Medien mit solchen Taten geprahlt. Ob etwas an diesen Geschichten dran ist, will die Justiz wissen, denn sie nimmt diese Vorgänge sehr ernst.