Child Focus: "Keine Vebindung zw. belgischen Vermissten und Zigeunermädchen"

Es scheint keine Verbindung zwischen den in Belgien angelegten Akten über vermisste Mädchen und dem Fall des vierjährigen blonden Mädchens, das in einem Zigeunerlager in Griechenland entdeckt wurde, zu geben, heißt es bei der Stiftung für vermisste und sexuell ausgebeutete Kinder Child Focus in Belgien.
AFP / handout Greek Police

"Bislang weist nichts auf eine Verbindung zu unserem Land hin", heißt es am Montag bei Child Focus. "Wir bearbeiten derzeit keinen Fall, der parallel zu der Sache des blonden Zigeunermädchens laufen könnte", erklärt Dirk Depover, der Sprecher von Child Focus. "In solchen Fällen ist das eine der ersten Spuren, der wir nachgehen."

Die vierjährige "Maria" wurde letzte Woche bei einer Razzia in einem Roma-Lager am Rand der mittelgriechischen Stadt Farsala entdeckt. Die Polizei hatte es als verdächtig empfunden, dass ein blondes Mädchen, das seinen angeblichen Eltern so gar nicht ähnlich sah und völlig verwahrlost war, ein Roma-Kind sein sollte. DNA-Analysen haben inzwischen ergeben, dass die angeblichen Eltern im Roma-Lager nicht die leiblichen Eltern des Kindes sind. Die Polizei schließt Menschenhandel nicht aus. Das Bild der Kleinen geht unterdessen um die Welt und die griechische Schwesterorganisation von Child Focus, die Kinderhilfsorganisation „Das Lächeln des Kindes“, der das Mädchen übergeben wurde, wird überflutet mit Hinweisen von Leuten, die meinen, sie hätten ihr Kind wiedererkannt.

Auch in Belgien seien mehrere Meldungen eingegangen, betont Depover, der aber keine konkrete Zahl nennen will. "Wir haben mehrere Menschen am Telefon gehabt, aber auch in diesen Fällen weist nichts auf eine belgische Verbindung hin." Dass bei neuen Entwicklungen doch noch eine Verbindung zu belgischen Vermissten-Fällen hergestellt werden könnte, könne nicht ganz ausgeschlossen werden, heißt es noch.

Menschen, die Hinweise zu dem Fall geben können, werden also weiterhin aufgerufen, sich bei Child Focus unter der Nummer 116 000 zu melden.