Immer mehr Mieter werden vor die Tür gesetzt

Immer mehr Mietern droht ein Rausschmiss aus ihrer Wohnung, weil sie mit ihrer Miete im Rückstand sind. 2012 waren es 13.571 Mieter. Das sind 800 mehr als 2011 oder eine Zunahme von gut 6 Prozent. Das berichtet De Standaard am Montag.

Die Zahlen stammen aus dem Sozialamt OCMW und waren von der Vereinigung flämischer Städte und Gemeinden angefordert worden. Die Sozialämter kennen die Problematik, weil der Amtsrichter verpflichtet ist, sie über jegliches Gesuch zur Räumung einer Wohnung zu informieren.

Die Sozialämter können dann theoretisch noch versuchen, eine Lösung zu finden, aber in der Praxis scheint der Konflikt zwischen Mieter und Vermieter zu diesem Zeitpunkt meistens schon zu  festgefahren zu sein. 

Manchmal reichen Schicksale wie der Verlust des Arbeitsplatzes schon aus, um seine Miete nicht mehr zahlen zu können. "Das tatsächliche Problem ist jedoch ein strukturelles und kann auf die niedrigsten (Ersatz-)Einkommen (wie Renten, Arbeitslosengeld, Krankengeld, Red.!) zurückgeführt werden. Diese Einkommen sind zu niedrig und müssen mindestens auf das Niveau der europäischen Armutsgrenze angehoben werden", sagt Nathalie Debast von der Vereinigung flämischer Städte und Gemeinden. "Es liegt nicht unbedingt an den zu hohen Mietpreisen, sondern an dem Teil des Einkommens, der für die Miete aufgebracht werden muss und der zu groß ist."

Die Vereinigung für Städte und Gemeinden appelliert auch an alle Vermieter von Privatwohnungen, ab nächstem Jahr dem Mietgarantiefonds beizutreten. Für 75 Euro pro Mietvertrag sind sie vorübergehend gegen Mietrückstände geschützt und erhalten bis zu 2.700 Euro aus dem Fonds. Diesen Betrag können sie dann nicht mehr vom Mieter noch einmal verlangen, heißt es.