"Auch Arbeitnehmer fordern mehr Flexibilität"

Innerhalb des Nationalen Arbeitsrates (NAR), in dem sowohl die Arbeitgeberverbände, als auch die Gewerkschaften in Belgien vertreten sind, wird derzeit über flexiblere Arbeitszeiten diskutiert. Bundesarbeitsministerin Monica De Coninck (SP.A) reagierte sehr positiv auf diese Gespräche und erwartet bis zum Jahresende konstruktive Vorschläge.

Arbeitsministerin De Coninck sagte am Mittwochmorgen bei Radio 1, dem ersten VRT-Radioprogramm, dass der NAR bis zum Jahresende die Grundzüge für mehr Flexibilität am Arbeitsplatz als Gesetzesgrundlage vorlegen wird:

„Danach muss das in jedem einzelnen Unternehmen zu Win-Win-Situationen führen. Im Frühjahr haben wir im Rahmen der Minimalabkommen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern abgesprochen, um dazu drei Themen auf die Tagesordnung zu setzen: Eine Aufstellung der jährlich zu leistenden Arbeitsstunden, die frei über ein Jahr verteilt werden können, Verträge zu einer Ausbildungsregelung Schule-Arbeit und eine rigide Regelung zum Abbau von Überstunden.“

Die Arbeitsministerin freut sich darüber, dass es zu konstruktiven Gesprächen zu Flexibilisierung der Arbeitszeiten gekommen ist. Bisher galt dies ihrer Ansicht nach als eine eher negativ besetzte Forderung von Seiten der Arbeitgeber, doch „in der Realität denken viele Arbeitnehmer in zunehmendem Maße flexibel und auch hier gibt es entsprechende Forderungen.“

Die Kunst sei jetzt, dass man eine entsprechende Kreativität an den Tag lege, damit flexiblere Arbeitszeiten innerhalb der Unternehmen positive Auswirkung sowohl auf die Arbeitgeber, als auch auf das Personal habe.

Aber, so Arbeitsministerin De Coninck, dürfe zu viel Flexibilität nicht dazu führen, dass Arbeitnehmer ihrem Unternehmen ständig auf Abruf zur Verfügung stehen sollen. Dies führe zu Burn Out, so die Ministerin und dies sei das Gegenteil von dem, was man erreichen wolle. Ziel soll letztendlich vielmehr sein, Job besser mit Familie, Freizeit und/oder Weiterbildung zu verbinden.