USA: Trappistenbier mit Hilfe aus Chimay?

Nach einer Meldung der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd arbeitet ein Zisterzienserkloster in Massachusetts an einem neuen Trappistenbier. Das Besondere daran ist, dass ihnen dabei Hilfe von Seiten der Pater des bierbrauchenden Klosters aus Chimay in Belgien geboten wird. Würde das Brauen eines solchen Bieres in den USA gelingen, dann wäre dies das erste Trappistenbier außerhalb Europas.

In einem Dorf in Massachusetts, genauer in Spencer, eine Autostunde von Boston entfernt, besteht seit rund 60 Jahren das Zisterzienserkloster Saint-Joseph (Foto). Die dortigen Pater stellen bereits einiges an Lebensmittelprodukten her, z.B. Konfitüre. Doch seit einiger Zeit versuchen sie auch ein Bier zu brauchen, natürlich ein Abteibier. Die Anlagen stehen offenbar bereits und Hilfe aus dem Ausland ist ihnen auch sicher.

Diese Hilfe kommt aus Belgien, dem weltweit einzigartigen Paradies für Abteibiere, denn Pater aus Chimay stehen ihren amerikanischen Brüdern mit Rat und Tat zur Seite. François de Harenne, der Sprecher der Internationalen Vereinigung der Trappisten, die über das Kulturerbe der Trappisten wacht, gab gegenüber De Tijd zu verstehen, dass das Bier der amerikanischen Pater das Label "Authentic Trappist Product" tragen wird.

Der Brauvorgang scheint schon weit fortgeschritten zu sein, denn man spricht bereits jetzt von einem hellen Bier mit 6,5 % Alkoholgehalt, das einen goldenen Rand hat und robust aber fruchtig schmecken wird. Im Abgang soll es trocken sein und einen leicht bitteren Hopfengeschmack tragen. Wann das US-Trappistenbier auf den Markt kommen wird, ist noch unklar und ob es überhaupt in Belgien erhältlich sein wird, steht noch völlig in den Sternen.

Trappistenbiere

Bisher gibt es genau acht anerkannte Trappistenbiere. Sechs davon kommen aus Belgien: Westmalle, Westvleteren (kleinesFoto), Chimay, Rochefort, Orval und Achel. Ein weiteres heißt La Trappe und kommt aus den Niederlanden und in Österreich wird ein Trappistenbier im Stift Engelszell gebraut. Das US-Bier aus Spender wäre demnach das weltweit neunte Bier, dass das Trappistenlabel tragen darf und auch das erste, dass nicht in Europa gebraut wird.

Ein zehntes derartiges Bier kündigt sich wiederum aus den Niederlanden an, denn in der Abtei Maria Toevlucht in Zundert wird ebenfalls an einem Trappistenbier gebraut. Ob es aber lange bei den 10 Trappistenbieren bleiben wird, ist ebenfalls unklar. Nicht, dass ein weiteres Bier erwartet werden kann, ganz im Gegenteil. Den Patern im limburgischen Achel geht der Nachwuchs aus…

Strenge Auflagen

Trappistenbiere müssen sich an strenge Auflagen halten, um als solche anerkannt zu werden: Es muss innerhalb der Mauern einer Abtei gebraut werden - entweder von den Patern selbst oder unter deren Aufsicht. Daneben muss das Bierbrauen dem christlichen Leben der Pater untergeordnet bleiben, darf also nicht deren Hauptaufgabe sein und es darf nicht dazu dienen, Gewinne zu erzielen, sondern es soll den Lebensunterhalt der Pater garantieren - nicht mehr und auch nicht weniger.