VRT-Mitarbeiter in Somalia untergetaucht

Nachdem er einem TV-Team der VRT bei Dreharbeiten in Somalia im vorigen September geholfen hatte, muss der Mann jetzt untertauchen. Sein Leben wird bedroht. Der Mann ist das Opfer einer Konfusion, nachdem der Chef einer somalischen Piratenbande belgischen Undercover-Agenten ins Netz gegangen war.

"Die Probleme, mit denen dieser Mitarbeiter konfrontiert wird, sind zum Teil auf die Verwirrung zurückzuführen, die entstanden ist, nachdem in Brüssel der Piratenchef Mohamed Abdi Hassan, alias Afweyne, festgenommen wurde", schreibt das Kollegium der Chefredakteure bei der VRT, beigepflichtet vom deontologischen Rat  der VRT und dem Journalistenverband.

Die belgischen Polizeibehörden hatten sich in Somalia als Kamera- und Journalistenteam ausgegeben, um sich Afweyne nähern und sein Vertrauen gewinnen zu können.

Dieser hatte 2009 den belgischen Frachter "Pompeï" vom Baggerunternehmen Jan De Nul gekapert. Der Frachter wurde erst frei geslassen, nachdem De Nul zwei Millionen Euro Löseged bezahlte.

Der Piratenchef hatte sich von den Ermittlern, unter dem Vorwand von Filmaufnahmen, nach Belgien locken lassen. Im Oktober konnte der Seeräuber bei der Ankunft auf dem Flughafen von Zaventem festgenommen werden. 

Die Aufdeckung der List und Festnahme von Abdi Hassan hat ein schlechtes Licht auf die Presse geworfen und bringt einen Journalisten jetzt in Gefahr, unterstrich die VRT, die außer einer Warnung nicht viel für ihren freien Mitarbeiter tun kann.