Flandern will Brüsseler Ring vergrößern

Die flämische Regierung hat beschlossen, das nördliche Teilstück des Brüsseler Rings, zwischen dem Anschluss mit der Autobahn E19 und mit dem Anschluss der Autobahn E40, neu anlegen. Der Durchgangsverkehr soll dort vom lokalen Verkehr getrennt werden. Für die Erweiterung der Fahrbahnen sind 380 Millionen Euro vorgesehen.

Nach jahrelangen, komplexen Verhandlungen scheint die Erweiterung des Brüsseler Rings nun beschlossene Sache.

Mehrere lokale und regionale Behörden - darunter die flämische Regierung, die für das größte Teilstück zwischen Sint-Stevens-Woluwe und Groot-Bijgaarden verantwortlich ist -  mussten sich über das Projekt konzertieren.

Flandern hatte sich in der Vergangenheit besonders schwer mit diesem Projekt getan. Zum Verdruss der flämischen Arbeitgeber waren die Erweiterungsarbeiten am Ring immer wieder hinausgeschoben worden. Gegner des Projekts, darunter die Grünen und Greenpeace, werfen den Behörden vor, das Brüsseler Verkehrsproblem durch die Erweiterung nicht zu lösen, sondern lediglich zu verschleppen und zu vergrößern.

Geplant sind drei Fahrbahnen für den Transitverkehr und zwei Fahrbahnen für den lokalen Verkehr zwischen Sint-Stevens-Woluwe und Groot-Bijgaarden.

Zur Förderung der Mobilität sind langfristig ebenfalls drei zusätzliche Straßenbahnverbindungen rund um Brüssel und von Brüssel aus vorgesehen.

Des Weiteren werden 400 km Radwege angelegt.

Der erste Spatenstich soll frühestens 2016 erfolgen.

Gemischte Reaktionen

Applaus für den Durchbruch im Verkehrsministerium kam von der Provinz Flämisch-Brabant. Dort hofft man auf bessere Lebensqualität für die Anrainer.

Auch die Brüsseler Ministerin für Mobilität Brigitte Grouwels (CD&V) begrüßt die Entscheidung, die der Verkehrssicherheit zugute kommt und die Stauprobleme auf dem Ring lösen soll.

Die flämischen Unternehmer begrüßen die geplante Erweiterung als hervorragende Neuigkeit für die Menschen und Unternehmen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace ist ihrerseits enttäuscht von den Prioritäten, die die flämische Regierung setzt.

Die flämische Oppositionspartei Groen reagiert zufrieden auf die Aufteilung des Durchgangs- und lokalen Verkehrs, lehnt die zusätzlichen Fahrbahnen jedoch ab. "Die Erweiterung beeinträchtigt die Gesundheit und Lebensqualität von tausenden Menschen in Brüssel und Brabant." Zusätzliche Fahrbahnen, so befürchten die Grünen, werden mehr Autofahrer anziehen, mehr Feinstaub und Lärm verursachen.