Mehr Belgier leben und arbeiten im Ausland

Innerhalb der letzten 10 Jahre ist die Zahl der Belgier, die im Ausland wohnen und arbeiten, um etwa ein Viertel angestiegen. Dies meldet die flämische Tageszeitung Het Laatste Nieuws auf Basis von aktuellen Zahlen aus dem belgischen Außenamt in Brüssel. Die meisten Belgier wandern offenbar in Richtung Frankreich aus.

Nach Angaben des belgischen Außenamtes leben und arbeiten derzeit knapp 382.000 Landsleute im Ausland, die meisten davon, rund 113.000, alleine in Frankreich. Beliebt sind aber auch Länder, wie die USA (22.404 Belgier) und Kanada (13.464 Belgier). In Kanada ist vor allem die Provinz Quebec bei den frankophonen Belgiern aus Auswanderungsland beliebt. Zum einen ist dort Französisch die Amtssprache und zum anderen sind dort bestimmte Bereiche der Wirtschaft auf Einwanderung angewiesen.

Viele Belgier zieht es aber auch in den deutschsprachigen Raum Europas, um dort zu leben und zu arbeiten.

In Deutschland zum Beispiel (Foto oben Köln) haben sich 24.634 Belgier niedergelassen und in Österreich immerhin noch fast 2.000. Auch die mehrsprachige Schweiz ist als Auswanderungsziel bei Belgiern beliebt. Hier leben und arbeiten derzeit 18.311 Landsleute.

Inzwischen ziehen aber auch exotischere Regionen, wie Australien, Neuseeland, China oder die Vereinigten Arabischen Emirate in den letzten Jahren stets mehr Arbeitnehmer aus Belgien an.

Früher verließen eher Belgier das Land auf der Suche nach Abenteuer oder Sonne. Doch heute nimmt die Auswanderung aus wirtschaftlichen Gründen immer mehr Raum ein.

AP2012

Wirtschaftliche Gründe

Michaël Dooms, Professor für Management und Strategie an der Freien Universität Brüssel (VUB), sagte gegenüber Het Laaste Nieuws, dass heute Multinationals ihre Arbeitnehmer dahin entsenden, wo sie nach ihrem Profil am nützlichsten für das Unternehmen sind:

„Wer in solchen Unternehmen Karriere machen will, der verfügt am besten über einen Lebenslauf mit Erfahrungen in eher unüblicher Umgebung. Das erhöht die Chance auf Einstellung oder Beförderung. Doch auch Unternehmensgründer im eigenen Land stehen besser da, wenn sie Erfahrungen oder eine Ausbildung außerhalb unserer Landesgrenzen gemacht haben.“