Turnhout: Jobs weg durch Ketchup-Scheidung?

Die Tatsache, dass sich die Fast-Food-Kette McDonald‘s nach Jahrzehnten von seinem Ketchup-Lieferanten Heinz scheiden lässt, mag bei manchem Zeitgenossen nur ein mitleidiges Lächeln hervorrufen. Beim Personal von Heinz, z.B. im Werk von Turnhout (Prov. Antwerpen), sorgt die Geschichte für Sorgenfalten auf den Stirnen.
AP2006

McDonald’s trennt sich nach 40 Jahren von seinem Ketchup-Lieferanten Heinz. Der Grund? Bernardo Hees, der neue Boss von Heinz in den USA, ist ein ehemaliger Manager von McDonald’s-Konkurrent Burger King. Mit so jemandem will man bei McDonald’s nichts zu tun haben, also werden die Verträge gekappt. Solche Eitelkeiten mögen lächerlich klingen, doch damit sind Arbeitsplätze verbunden, auch in Belgien.

In Turnhout in der Provinz Antwerpen zum Beispiel betreibt Heinz eine Ketchup-Fabrik. Dort arbeiten etwa 150 Beschäftigte, die sich jetzt ernsthaft Sorgen um ihre Arbeitsplätze machen. Ein Großteil der Produktion von Heinz in Turnhout wird nämlich an die belgischen McDonald’s-Filialen geliefert. Eigentlich verliert Heinz in Turnhout seinen wichtigsten Kunden.

Die Gewerkschaften am belgischen Heinz-Produktionsstandort fordern jetzt eine außerordentliche Betriebsratssitzung von ihrem Management, bei der die Belegschaft über die Auswirkungen dieser Ketchup-Scheidung informiert werden will. Einer der Gewerkschaftsdelegierten nannte den Vorgang einen „Egotrip von mächtigen reichen Menschen, durch den andere zum Spielball werden.“ Kritisiert wird hierbei, dass es sich dabei noch nicht einmal um marktorientierte Vorgänge handele, denn Preis, Qualität und Lebensmittelsicherheit würden stimmen.