Bombenalarm an der Uni durch Islamisten?

Nach Meldungen der flämischen Tageszeitungen Gazet Van Antwerpen und Het Belang Van Limburg war die Bombendrohung, nach der am Montag die gesamte Antwerpener Universität (Foto) evakuiert werden musste, das Werk von Islamisten. Der falsche Alarm hatte für enormes Aufsehen gesorgt.

Die Bombendrohung, die alle Gebäude und Institute der Antwerpener Universität am Montag betraf, war die größte Evakuierungsaktion in der Scheldemetropole seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Rund 15.000 Studenten und etwa 3.000 Professoren, Dozenten und Verwaltungsangestellte mussten gewarnt werden und wurden am Morgen schon nach Hause geschickt.

Die Antwerpener Polizei durchsuchte alle betroffenen Gebäude in der Innenstadt und im Stadtteil Wilrijk, konnte jedoch nichts verdächtiges entdecken. Nach Ansicht der Polizei waren die Drohungen, die verschiedenen Mitarbeitern der Uni per Email zugesendet worden waren, das Werk von Islamisten, denn Inhalt, Aufbau und Sprachgebrauch würden einem Drohvideo eines aus Antwerpen stammenden islamistischen Syrienkämpfers entsprechen.

Der Grund liegt auf der Hand. Antwerpen geht mit den islamistischen Syrienkämpfern aus der Stadt hart ins Gericht. Unlängst wurde der aus Syrien zurückgekehrte Jugendliche Jejoen Bontinck verhaftet. Er sitzt noch immer in Untersuchungshaft, denn die Antwerpener Staatsanwaltschaft will wissen, ob er sich in Syrien an Menschenrechtsverletzungen beteiligt hat.

Einige der Islamisten aus Flandern brüsten sich mit Gräueltaten in den einschlägigen sozialen Netzwerken. Antwerpen streicht nach Syrien gezogene Söhne der Stadt kurzerhand aus dem Bevölkerungsregister. Diese Vorgehensweise sorgt allerdings dafür, dass die Stadt und ihre Einrichtungen zum Ziel von islamistischen Reaktionen werden, wie die Bombendrohung an der Uni am Montag beweist.