USB-Sticks: Van Rompuy findet russische Spyware

Russland wollte die anderen Länder des G20-Gipfeltreffens in Sankt Petersburg im Oktober ausspionieren, so berichten italienische Zeitungen. Herman Van Rompuy, Präsident der Europäischen Union, soll den Spionageversuch indirekt vereitelt haben, weil ihm ein russisches Gastgeschenk suspekt vorgekommen war und sein Kabinett es vom deutschen Geheimdienst analysieren ließ. Russland streitet die Anschuldigungen ab.
AP2013

Den Zeitungen La Stampa und Corriere della Sera zufolge soll Russland zu Beginn des Gipfeltreffens elektronische Gadgets verschenkt haben, darunter auch USB-Sticks und Ladegeräte für Mobiltelefone.

EU-Präsident Herman Van Rompuy sollen die Gadgets suspekt vorgekommen sein. Er soll die Geheimdienste gebeten haben, diese zu untersuchen. Ersten Analysen zufolge, die vom deutschen Geheimdienst ausgeführt wurden, waren die Tests "positiv".

Die Chips, die im USB-Stick und im Ladegerät eingebaut waren, enthielten so gennante Spähprogramme, um Computer und Telefone eventueller Nutzer auszuspionnieren.

Die italienischen Zeitungen berufen sich für ihren Artikel auf diplomatische Quellen in Brüssel. Die EU soll die Ergebnisse weiterer Tests abwarten, bevor sie formell Protest bei Russland einlegen wolle.

Russland weist Anschuldigungen zurück

Auf dem jüngsten Gipfeltreffen Anfang Oktober in Sankt Petersburg waren u. a. Barack Obama, Angela Merkel und der britische Premier David Cameron anwesend. 

Die Atmosphäre zwischen den Teilnehmern war eisig, da sie vom Skandal um die NSA-Spionage überschattet wurde.

Russland hat die Anschuldigungen zurückgewiesen und wirft der EU vor, ein Ablenkungsmanöver zu inszenieren, um die echten Probleme zu verbergen.