Sanoma-Verlag ordnet sich auch in Belgien neu

Der finnische Zeitschriftenverlag Sanoma, der in Belgien unter anderem Blätter, wie Flair, Libelle oder Marie Claire herausbringt und der hier auch an verschiedenen Medienunternehmen beteiligt ist, will sich neu aufstellen und plant vor allem Investitionen in den Ländern, in denen er Marktführer ist. In Belgien ist dies nicht der Fall und so könnte es hier durchaus zum Verkauf des Angebots kommen.

Sanoma bringt in 20 Ländern in Europa Zeitschriften und Magazine heraus und ist in einigen Ländern, wie auch in Belgien, an verschiedenen Medienunternehmen beteiligt. Jetzt arbeitet der finnische Verlag an einer Neuaufstellung und will nach Angaben ihres Belgien-Managers Aimé Van Hecke (kleines Foto) vor allem in jenen Ländern investieren, in denen er Marktführer ist, zum Beispiel im Heimatland Finnland und in den Niederlanden. Alleredings seien auch hier Einschnitte zu erwarten.

In Belgien ist Sanoma nicht Marktführer und auch nicht spezifisch im belgischen Bundesland Flandern, wo man besser aufgestellt ist, als z.B. auf dem frankophonen Zeitschriftenmarkt. Van Hecke sagte am Donnerstag gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass sein Haus in unserem Land Rang fünf in der Medienlandschaft belegt. Das könnte durchaus bedeuten, dass sich Sanoma aus Belgien zurückzieht und die hiesige Filiale Sanoma Media Belgium NV. oder Teile davon abstößt.

Der Verlag spielt in der belgischen Medienlandschaft durchaus eine wichtige Rolle. Alleine in Flandern gibt er Vitaya Magazine, Feeling, Feeling Wonen, Flair, Libelle, Libelle Lifestyle, Marie Claire, Njam, Story, TeVe-Blad und das Homosexuellenmagazin Pink Ribbon heraus. Zudem ist Sanoma seit Juli 2011 zu einem Drittel an der flämischen Mediengruppe De Vijver Media beteiligt, die wiederum die renommierte flämische Wochenzeitschrift Humo herausbringt und der die TV-Produktionsfirma Woestijnvis und die privaten Fernsehsender Vier und Vijf gehören.

Am Stammsitz in Mechelen beschäftigt Sanoma Media Belgium NV. derzeit rund 500 Mitarbeiter in der Verwaltung und in den Redaktionen. Dazu kommen noch dutzende freie Mitarbeiter. In Belgien steht Sanoma gehörig unter Druck, denn am hiesigen Markt sinken die Werbeeinnahmen, was so ziemlich alle Verlage spüren.