Asylsucher gedenken ausgewiesenem Afghanen

Afghanische Asylbewerber haben am Freitagmorgen mit einem stillen Gedenkmarsch an einen 22 Jahre alten Landsmann erinnert, den die belgischen Ausländerbehörden ausgewiesen und in sein Land zurückgeschickt hatten. Der junge Mann war kurz nach der Rückkehr nach Afghanistan einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen.

Rund 150 afghanische Asylbewerber, die sich ohne gültige Aufenthaltspapiere in Belgien aufhalten, haben am Freitagmorgen einen Schweigemarsch zum Gedenken an ihren gemeinsamen Freund, den Belgien in seine Heimat abgeschoben hatte, organisiert.

Der junge Mann war kurz nach der Rückkehr in sein Land einem politisch und religiös motivierten Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Die Afghanen, die sich seit Wochen mit Protestaktionen vor belgischen Ministerien um eine dauerhafte, oder zumindest befristete Aufenthaltsgenehmigung bemühen, befürchten, dass ihnen das gleiche Los beschieden ist, wenn man auch sie zurück nach Afghanistan schickt.

Insgesamt gehören der Gruppe rund 200 Männer, Frauen und Kinder an. Immer wieder fordern sie von belgischen Staat ein Bleiberecht. Manche von ihnen warten seit über einem Jahr auf die Bearbeitung ihres Asylantrags. Leider kam es aber auch wiederholt zu Gewalttaten bei den Aktionen der Afghanen. Belgien hält Afghanistan inzwischen wieder für ein sicheres Land und gewährt Asylbewerbern von dort immer seltener eine Aufenthaltsgenehmigung.