Sydney: Jonathan Moylan plädiert auf Unschuldig

Der belgisch-australische Umweltschützer Jonathan Moylan (Foto) hat am ersten Prozesstag gegen ihn vor einem Gericht in der Metropole Sydney auf Unschuldig plädiert. Die australische Aufsichtsbehörde für die Börse klagte gegen Moylan wegen einer gefälschten Pressemitteilung im Namen einer Bank, die einem Bergbauunternehmen einen gewährten Kredit für Steinkohlegewinnung in einem Naturgebiet zurückzog.

Jonathan Moylan, dessen Mutter eine Belgierin ist, kam in Australien zur Welt und kämpft seit einigen Jahren gemeinsam mit anderen Umweltschützern gegen ein Bergbauprojekt im artenreichen Leard State Forest, wo das Unternehmen Whitehaven Coal Steinkohle abbauen will.

Anfang Januar hatte Moylan eine gefakte Pressemitteilung verfasst und verbreitet, nach der die australische Bank ANZ einen Whitehaven Coal gewährten Kredit über 1,2 Mia. Australische Dollar aus Gründen des Umweltschutzes und der Wahrung der Menschenrechte wieder zurückziehen würde. Damals verloren die Aktien des Bergbauunternehmens an der Börse rapide an Wert, bis Whitehaven Coal das Schreiben dementierte.

Die australischen Medien hatten die Meldung nicht gecheckt und nicht wenige Aktionäre hatten ihre Aktien daraufhin unter Wert verkauft. Wer damals kaufte, der konnte allerdings Gewinne einstreichen. Der australische Börsenwachhund zerrt Moylan wegen dieser falschen Pressemitteilung jetzt vor Gericht, denn er habe sich der Kursmanipulation schuldig gemacht. Ihm drohen 10 Jahre Haft und ein Bußgeld von bis zu einer halben Million australische Dollar.

Doch mit dieser Geschichte ist der Kampf Jonathan Moylans und seiner Freunde zur Rettung des Leard State Forest um die Welt gegangen und international fanden sich Unterstützer. Darunter sind Umweltschutzverbände aus der ganzen Welt und auch die Kultur kritisiert Australien wegen dieser Vorgänge. Unter anderem unterstützen und JM Coetzee und Noam Chomsky die Sache von Jonathan Moylan.