Friedensnobelpreisträger besuchten Flanders Fields

Drei Friedensnobelpreisträger haben am Wochenende gemeinsam mit Flanderns Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V) die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs besucht. Sie legten unter anderem Kränze am Soldatenfriedhof Tyne Cot nieder.

Frederik Willem de Klerk (Foto oben), der letzte weiße Präsident Südafrikas und Friedensnobelpreisträger 1993; die nordirische Friedensnobelpreisträgerin von 1976, Betty Williams, Gründerin der ‚Community of Peace People‘ und Leynah Ghowee, Menschenrechtlerin und Politikerin aus Liberia, die den Friedensnobelpreis im Jahr 2011 erhielt, besuchten am Sonntag die Kriegsgräber von Soldaten aus ihrem Land, die hier vor fast 100 Jahren ihr Leben gelassen hatten.

Soldaten des gesamten Commonwealth haben Seite an Seite mit britischen Soldaten auf den flämischen Schlachtfeldern gegen die Deutschen gekämpft. Die drei Friedensnobelpreisträger erlebten nach eigenen Aussagen hier mehr Geschichte, als in ihren Büchern dazu jemals zu lesen war. So entdeckten sie auch das Grab von Richard Verhaeghe, ein aus Ostende stammender Belgier, der im Ersten Weltkrieg in die kanadische Armee eingetreten war, um ausgerechnet bei der Schlacht um seine Heimatstadt sein Leben hier zu verlieren.

De Klerk fand das Grab eines Jungen aus Südafrika, der gerade einmal 14 Jahre alt war, als er bei Passendale gefallen war. Von etwa 850 südafrikanischen Soldaten, die zwischen 1914 und 1918 in Flandern gekämpft haben, sind etwa 550 umgekommen. Keine einzige Leiche von ihnen wurde jemals geborgen, doch ihre Namen stehen eingemeißelt im Menenport in Ypern.

Friedenssymposium

In diesen Tagen findet in Ypern ein internationales Friedenssymposium unter dem Titel „Wissenschaft für den Frieden“ statt, an dem unter anderem auch EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy teilnehmen wird. Für Ministerpräsident Peeters war der Beginn dieses Symposiums die beste Gelegenheit, Gästen aus der gesamten Welt über Besuche von Soldatengräbern diese nicht nur für diese Region so prägende Geschichte einmal mehr vor Augen zu führen. Im kommenden Jahr jährt sich der Beginn des „Großen Krieges“ zum 100. Mal. Diesem Ereignis wird mit vielen Veranstaltungen in ganz Belgien gedacht.