Gesù-Kloster mit harter Hand geräumt

Die Polizei hat das frühere Gesù-Kloster im Brüsseler Stadtteil Sint-Joost-ten-Node am frühen Montagmorgen gestürmt und die rund 200 Menschen, die dort leben, mit harter Hand vertrieben. An der Aktion beteiligten sich rund 200 Beamte, die zu allererst Sympathisanten und Beobachter unsanft auf Abstand hielten.

Die Pressevertreter, die über die Ende letzter Woche angekündigte die Räumung des Klosters berichten wollten, wurden ebenfalls aus der Nähe des Ortes vertrieben, konnten allerdings beobachten, dass die Polizei mit harter Hand vorgegangen ist.

Am Montagmorgen waren noch rund 200 der Bewohner, zumeist bitterarme Einwandererfamilien oder Asylbewerber aus der ganzen Welt, in dem Gebäude.

Mehrere Dutzend aber hatten das Gesù-Kloster, dass bereits seit mehreren Jahren von Hausbesetzern bewohnt wird, bereits am Sonntagabend verlassen, nachdem die Polizei und der Bürgermeister von Sint-Joost-ten-Node, Emir Kir (PS), die Räumung angekündigt hatten.

Kir kündigte bereits Ende der vergangenen Woche an, das Kloster räumen lassen zu wollen.

Zu Gesprächen zur Findung einer Lösung für die Bewohner, die ohne jegliche Alternative so kurz vor dem Winter auf der Straße landen, war Kir nicht bereit.

Das Kloster war vor einigen Jahren von einer schweizerischen Investmentgruppe erworben worden und dort sollte ein Luxushotel entstehen. Warum Kir das Kloster jetzt so rasch räumen ließ, ist unklar.

Die Besitzer hatten offenbar keine Eile und wollten Zeit lassen, eben um eine Lösung für die Bewohner zu finden. Bürgermeister Kir allerdings nannte Sicherheitsbedenken als Grund für sein Vorgehen.

Klosterbewohner in Krisenzentrum aufgefangen

Die Bewohner des besetzten ehemaligen Gesù-Klosters in Brüssel werden im Krisenzentrum in der Sporthalle „Lieds“ der Gemeinde Sint-Joost-ten-Node aufgefangen. Bürgermeister Emir Kir (PS – kleines Foto) lässt die soziale Situation jeder Familie, die dort lebte, untersuchen.

Er beauftragte die verschiedenen sozialen Behörden seines Stadtteils mit dieser Aufgabe. Die Bewohner, allesamt illegale Einwanderer und Asylsucher aus der ganzen Welt - teilweise Großfamilien, haben zum Teil mehr als zwei Jahre in dem besetzten Gebäude gelebt.